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Vom Stürmer zum Verteidiger: «Jancker» spielt beim FC Montlingen jetzt ganz hinten

Auch dank der Abwehr ist der FC Montlingen gut in die Saison gestartet. Florian Haltiner ist dort ein sicherer Wert.
Beni Bruggmann
Der frühere Stürmer Florian Haltiner (rechts) spielt jetzt beim FC Montlingen in der Verteidigung. Beim Heimsieg gegen Arbon überzeugte er wie seine Abwehrkollegen. (Bild: Dominik Sieber)

Der frühere Stürmer Florian Haltiner (rechts) spielt jetzt beim FC Montlingen in der Verteidigung. Beim Heimsieg gegen Arbon überzeugte er wie seine Abwehrkollegen. (Bild: Dominik Sieber)

«Gut aus den Startlöchern kommen.» Das war das Ziel von Montlingens Trainer Andreas Lüchinger für diese Saison. Mit dem 1:0-Sieg gegen Arbon ist das gelungen. Der ehemalige Stürmer Florian Haltiner ist der ideale Verteidiger.

«Jancker» nannten sie ihn. Als er ein kleiner Knirps war, aber im Vergleich zu den Gleichaltrigen sehr gross, trug er ein Bayern-Tenue mit der Aufschrift «Jancker». Gemeint war Carsten Jancker, 1,93m gross, um die Jahrtausendwende Spieler in der deutschen Nationalmannschaft und bei Bayern München. Ein Stürmer, ein Knipser, kopfballstark. So wie Florian Haltiner in seiner Juniorenzeit, als er bei Montlingens B- und A-Junioren unter Trainer Andreas Lüchinger stürmte und Tore am Laufmeter erzielte. Seit dieser Zeit ist er Bayern-Fan.

Der Mitspieler beruhigt ihn, wenn es nötig ist

Heute ist Haltiner 1,93m gross, genau wie sein damaliges Vorbild. Stürmer ist er nur noch in Ausnahmefällen. Zum Beispiel vor zehn Tagen im Cupspiel gegen Uznach, wo er auch ein Tor erzielte. Jetzt spielt der Linksfuss Verteidiger. Geblieben ist die Kopfballstärke. Dazu gekommen sind Übersicht und Ruhe. «Ruhe? Nicht immer», schmunzelt er, und ergänzt:

«Mein Nebenspieler Herbert Kühne kennt mich ganz genau. Er greift ein, wenn es einmal nötig ist. Dafür bin ich dankbar.»

Bei Eckbällen geht er in den gegnerischen Strafraum. So auch kurz vor der Halbzeit. Der Ball kommt in seine Richtung, aber ein Verteidiger reisst ihn zu Boden: «Es war ein Foul, aber der Schiedsrichter hat es nicht gesehen.» Mit seinem Zuspiel auf Simon Thurner leitet er das Siegtor ein, das Marko Zdravkovic in der 79.Minute erzielt. Gelegentlich schaltet er sich in die Offensive ein. «Die Stürmer-Gene sind noch da», lacht er.

An seinen Start in der ersten Mannschaft erinnert sich Florian Haltiner. In der Vorbereitungszeit spielt die erste Mannschaft Montlingens gegen die zweite. Haltiner, der 16-jährige B-Junior, hilft bei der zweiten Mannschaft aus. Er macht das so gut, dass ihn Hansjürgen Trittinger, der damalige Eins- Trainer, sofort ins Kader aufnimmt.

Später trainiert sein Juniorentrainer Lüchinger die erste Mannschaft. Als nicht alles rund läuft, wechseln die beiden zum FC Rüthi. Haltiner spielt auch noch ein halbes Jahr bei Altstätten und etwas länger bei Widnau, mit beiden in der 2.Liga interregional. «In Widnau habe ich besonders viel gelernt, auf dem Platz und auch daneben. Ich erinnere mich gerne an diese Zeit», sagt Haltiner. Heute sind beide wieder bei ihrem Stammverein vereint, der ehemalige Goalgetter Haltiner und sein damaliger Trainer Lüchinger.

«Ich will immer gewinnen», sagt Haltiner, «bin ausgesprochen ehrgeizig.» Und er liebt die deutlichen Worte. Wenn ihm etwas nicht passt, sagt er es klipp und klar. «Fadegrad use», nennt er das.

«Diese direkte Art habe ich von meinem Vater.»

Er hat eine Lehre als Polymechaniker gemacht und arbeitet nun bei August Manser AG in Altstätten als Dreher. Seine Freundin Rebeca Von Sury, eine angehende Lehrerin, hat früher nicht viel von Fussball gehalten: «Sie versteht und schätzt den Fussball aber immer mehr.»

Der ehemalige Spitzbub als Juniorentrainer

Neben den Trainings mit der ersten Mannschaft steht Florian Haltiner noch zweimal in der Woche als Trainer auf dem Platz. Zusammen mit Benjamin Deplazes leitet er die Trainings der B-Junioren. Er hat das Trainerdiplom C+. Diese Aufgabe gefällt ihm. Vermutlich löst er sie nicht schlecht, denn er sagt: «Ich war selber ein Spitzbub, kann die Jungen also schon verstehen. Aber ich verlange Disziplin. Ich habe ein Ziel: Ich will die Jungen weiterbringen.»

Wenn er ein wenig Freizeit hat, besucht er einen Bayern- Match, oder er spielt Tennis. «Und gelegentlich gehe ich ins Casino», fügt er an. Dort nützt allerdings seine Stärke, der Ehrgeiz, eher wenig.

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