Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vom Koch zum Mountainbike-Profi

Der in Heiden aufgewachsene Noah Blöchlinger gehört schweizweit zu den hoffnungsvollsten U23-Mountainbikern. Die Selektionskriterien für die Heim-WM in Lenzerheide hat der gelernte Koch erfüllt. Am Sonntag startet er an der Schweizer Meisterschaft.
Urs Huwyler
Noah Blöchlinger will sich an der Heim-WM im Profigeschäft etablieren. (Bild: Andreas Dobslaff)

Noah Blöchlinger will sich an der Heim-WM im Profigeschäft etablieren. (Bild: Andreas Dobslaff)

2014 qualifizierte sich der damals in Heiden wohnhafte 18-jährige Kochlehrling Noah Blöchlinger im Bischi-Mountainbike-Team für die Junioren-WM in Hafjell (No). Rang 23 als zweitbester Schweizer ging in Ordnung. Doch der ambitionierte Biker hatte sich etwas mehr erhofft.

Vier Jahre später bietet sich dem inzwischen ausgelernten Koch die nächste Chance. Eine Top-15-Klassierung im Weltcup wird von Swiss Cycling als Selektionsgrundlage für die Heim-WM in Lenzerheide, die im September beginnt, gefordert. Blöchlinger erfüllte die Limite in Albstadt mit dem zwölften und in Nove Mesto mit dem 13. Rang. Gleichzeitig bedeuten jene Weltcupränge das Ticket für die EM im ös­terreichischen Graz. «Die ersten Saisonziele habe ich erreicht. Aber die Platzierungen sind nicht gleichbedeutend mit der Selektion. Möglicherweise erfüllen mehr Fahrer die Kriterien als Startplätze zur Verfügung stehen», sagt Blöchlinger.

Sportlich leistungsorientierte und ambitionierte Köche verderben sich wegen der unregelmässigen Arbeitszeiten und der Wochenenddienste oftmals selbst den Brei. «Es war nicht einfach, Beruf und Sport zu kombinieren», musste Blöchlinger feststellen. Andererseits gibt es in der Bike-Grossmacht Schweiz neben Nino Schurter und Jolanda Neff kaum Athleten, die als Profis mit einem Einkommen wie gleichaltrige, traditionelle Berufsleute rechnen dürfen. Das spiele eine untergeordnete Rolle, wichtig sei es, sich den Traumberuf «Bike-Profi» erfüllen zu können: «Als Koch kann ich in einigen Jahren wieder arbeiten.»

«Ich musste den Schritt zum Profi wagen»

Deshalb ist Blöchlinger, dessen jüngere Schwester Ronja dem nationalen U19-Kader angehört, das Profirisiko eingegangen. «Ich musste den Schritt wagen», sagt er. Teamchef Beni Ruf biete ihm in der familiär geführten BMC-Sportgruppe die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. «Auf die zusätzliche Erholungszeit, die Anpassungen bei der Ernährung und das Wissen, ohne Absprachen oder Gesuche bei allen wichtigen Rennen starten zu können, führe ich meine Leistungssteigerung zurück.» Neben der BMC-Sportgruppe trägt das veränderte Umfeld zur Konstanz bei. Blöchlinger ist nach zwei schwierigen gesundheitlichen und privaten Jahren nach Gossau gezogen. «Trainingsmöglichkeiten, Betreuung und Infrastruktur mit dem Leistungszentrum vom Update-Fitness sind perfekt», so die derzeitige nationale Nummer drei in der U23. Die Trainingspläne schreibt ihm Sportphysio Tobias Hollenstein von der Orthopädie St. Gallen, der mit dem Thömus-Team des langjährigen Schweizer Bike-Profis Ralph Näf im Weltcup unterwegs ist.

Technisch gehört der Häädler zu den Besten in seiner Klasse. Vom Fahrstil her müsste er eher den Freestylern statt den Wald-und Wiesen-Tempobolzern zugeordnet werden. Er nutzt jede kleine Gelegenheit für einen Sprung, unter anderem auch auf dem Pfad oberhalb des St. Galler Tierparks Peter und Paul, und zieht schwierigere Passagen den leichteren, sogenannten «Chicken-Linie», vor. Im Swiss-Bike-Cup in Gränichen wurde Blöchlinger im 80-köpfigen Feld nur Zehnter. «Ich war von den Starts an den drei Wochenenden zuvor sowie den Reisen ziemlich platt und beging zudem einen Fehler, weil ich viel führte, davon aber nicht profitieren konnte. Taktisch muss ich mich ebenfalls verbessern.»

Begeht Blöchlinger an der bevorstehenden Schweizer Meisterschaft in Andermatt morgen Sonntag, 24. Juni, keine Fehler, könnte dem letztjährigen Vierten diesmal der Sprung aufs Podest gelingen. Das wäre dann definitiv das Ticket für die Heim-WM.

Neben Noah Blöchlinger startet auch seine Schwester Ronja an den Schweizer Meisterschaften in Andermatt. Sie rechnet sich in der Kategorie Juniorinnen (U19) ebenso Chancen auf eine Medaille aus wie der Bernecker Stiven Thür bei den Junioren.

In der Elitekategorie hat das Rheintal das heisseste Eisen im Feuer: Jolanda Neff startet im Kanton Uri als Titelvertei­digerin und Topfavoritin. Auch in diesem Jahr wird die Thalerin im Rennen um Gold ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Nicht ganz so hoch ist die Erwartungshaltung bei Thomas Litscher, der ebenfalls in der Elite startet. (rez)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.