Vom Hagel schwer getroffen

REGION AM SEE. Glück für die Obst- und Gemüsebauern, Pech für die Winzer: Am Buechberg und in Wienacht- Tobel verursachten die Hagelschauer vom Sonntagabend erhebliche Schäden.

Corina Tobler/Andrea Sterchi
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Zerplatzte Trauben: Die Hagelkörner haben in den Reben eindeutige Spuren hinterlassen. (Bild: cot)

Zerplatzte Trauben: Die Hagelkörner haben in den Reben eindeutige Spuren hinterlassen. (Bild: cot)

Die Hagelkörner, die am Sonntagabend auf den Buechberg prasselten, haben in den Reben eindeutige Spuren hinterlassen: Zerplatzte Trauben hier, durchlöcherte Blätter da.

Nun droht Fäulnis

Winzer Christoph Rutishauser vom Weingut am Steinig Tisch begutachtet seine Anlage betroffen: «Der Hagel hat wesentliche Schäden angerichtet. Es wird einige Tage dauern, bis ich das Ausmass genau kenne, aber es sind über zehn Prozent der Früchte zerstört.» Im momentanen Wachstumsstadium seien die Früchte extrem hart und zerplatzten deshalb auch beim Aufprall kleinerer Hagelkörner. Rutishauser hat gut die Hälfte seiner Reben mit Hagelnetzen geschützt. «Die älteren Anlagen können wir nicht auch noch mit Netzen überspannen.»

Bisher noch ohne Schutznetze arbeitet Felix Lutz, der sowohl am Buechberg als auch in Wienacht-Tobel Reben anbaut. Er hat in den vergangenen Jahren eine starke Häufung der Hagelschauer festgestellt. Auch am Sonntag fielen seine Anlagen dem Wetter zum Opfer. «Es hat an beiden Standorten Traubenschäden gegeben. Wie sich diese auf die Ernte auswirken, hängt stark vom Wetter ab. Wäre es nun trocken und heiss, würden die kaputten Früchte einfach austrocknen», sagt er. Das schlimmere und wahrscheinlichere Szenario sei aber, dass sie aufgrund der anhaltenden Feuchte zu faulen beginnen.

Obst und Gemüse verschont

Darum braucht sich Christian Herzog vom Weingut Halde nicht zu sorgen. «Es hagelte zwar, aber wir haben alle Reben mit Netzen abgedeckt. Darum sieht es bei uns ausgezeichnet aus. Abgesehen vom Hagel war das Wetter für die Reben sehr günstig.» Auch der Goldacher Obstbauer Josef Mäder spricht von gutem Fruchtbestand. Seine Anlage blieb verschont. Nein, sie hätten Glück gehabt, sagt auch der Goldacher Gemüseproduzent Filipp Fässler. Er hat vor drei Jahren sogar seine Hagelversicherung gekündigt. «Fünf bis sechs Palette Salat habe ich in den vergangenen Jahren wegen Hagel verloren.» Vor allem im Kanton Zürich spitze sich aber die Situation gerade beim Salat zu. Wegen hoher Temperaturen und wegen Hagel käme es zu Ernteausfällen.

Ruhig war der Sonntagabend für die Feuerwehren der Region. Sie mussten nicht ausrücken. Auch bei der Polizei gingen keine Hagelmeldungen ein.