Vom Beinbruch zum Weltcup-Debüt: Ein Auer im Snowboard-Zirkus

Der seit letztem Mittwoch 19-jährige Auer Gabriel Zweifel ist der Saisoneinstieg trotz einer Verletzung geglückt. Im Dezember konnte er in Cervinia (Italien) gar erstmals im Weltcup starten – und hat nach dem 32. Platz Aussicht auf weitere Einsätze.

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Der Auer Boardercrosser Gabriel Zweifel ist nur noch einen Schritt von regelmässigen Weltcup-Einsätzen entfernt. (Bild: Remo Zollinger)

Der Auer Boardercrosser Gabriel Zweifel ist nur noch einen Schritt von regelmässigen Weltcup-Einsätzen entfernt. (Bild: Remo Zollinger)

Im Herbst hatte sich Gabriel Zweifel bei einem Trainingssturz einen Beinbruch zugezogen. Nach der Zwangspause stand er erst Anfang Dezember wieder auf dem Snowboard.

Im Schneetraining in Laax präsentierte er sich dem Europacup-Trainer Christopher Fischer in so guter Form, dass dieser den Weltcup-Trainer Kaspar Stenz kontaktierte. Gemeinsam mit Zweifel entschieden die beiden Trainer, ihm zwei Startgelegenheiten in Cervinia zu geben.

Zweifels erster Weltcup­einsatz bestand nur aus einem Qualifikationslauf – der 72. Rang reichte nicht aus, um sich für die Heats zu qualifizieren. Im zweiten Rennen wurden von Anfang an Heats gefahren (sechs Fahrer gemeinsam auf der Strecke, drei kommen eine Runde weiter).

Dieser Modus entspricht eher den Stärken des Auer Snow­boardcrossers – und prompt überstand er den ersten Heat. Auch im Achtelfinal war er gut unterwegs. Er sagt selbstkritisch: «Eigentlich hätte ich nochmals weiterkommen müssen.» Es wurde aber nur der vierte Platz im Heat und damit der 32. Rang im Tagesklassement.

Damit war Zweifel zweitbester Schweizer. Und er erhielt 26 Weltcuppunkte – was sich jedoch im Vergleich mit den 1000 Zählern, die der Sieger bekommt, ziemlich mickrig annimmt.

Nächster Weltcup-Einsatz in Aussicht

«Das Rennen war in Ordnung», sagt Zweifel mit einer Portion Understatement. Denn immerhin hat er sich mit dem Resultat für weitere Einsätze auf höchster Stufe empfohlen: Anfang März darf er vermutlich in Baqueira Beret (Spanien) erneut im Weltcup starten statt die Reise zu den Europacuprennen in Georgien und Russland antreten zu müssen.

Aber bis dahin möchte er im Europacup Resultate liefern. Das bedeutet: Plätze im Final. In Puy St. Vicent (Frankreich) auf einer für Zweifel zu leichten Strecke reichte es schon mal für einen zehnten Platz. Auch dieses Ergebnis sei okay, sagt Zweifel.

Aber man spürt, dass er mehr möchte: Zum Ende der letzten Saison fuhr er im Europacup in Bad Gastein (Österreich) aufs Podest. Die guten Resultate Ende der letzten Saison sind mit dem Aufstieg ins B-Kader belohnt worden.

Jetzt trennt Zweifel noch ein Schritt vom nächsten Karrieresprung – der zum Weltcup-Stammgast. Um diesen Schritt zu machen, ist Zweifel auf gute Resultate angewiesen. Am besten schon an diesem Wochenende in Grasgehren (Bayern), wo zwei Europacuprennen stattfinden.

Gabriel Zweifel ist jetzt der aufstrebende junge Fahrer, der Druck auf die arrivierten Schweizer Boardercrosser macht, die in den letzten Jahren im Weltcup nicht eben erfolgreich waren. Und es ist klar, dass er auf diesem Weg keine Zeit verlieren möchte.

Saisonhöhepunkt Junioren-WM

Die Saison dauert noch lange. Zum Abschluss findet am 1. April die Junioren-WM in Rogla (Slowenien) statt. Das WM-Ticket hat Zweifel noch nicht in der Tasche, aber der Top-10-Platz im Europacup sollte reichen, um zum Ende des Winters um WM-Medaillen zu fahren.

Bisher war Zweifel bei zwei Junioren-Weltmeisterschaften am Start. Sein bestes Ergebnis ist ein 26. Rang. An der WM in Slowenien möchte er sich verbessern, auch um weiter Eigenwerbung zu betreiben: «Einen Platz in den Top 8 stelle ich mir an der WM schon vor.»