«Vögel» hatten es lustig beim Bäcker

Bereits zum zwölften Mal trafen sich die Rebsteiner Obervögel in der Bäckerei Lombardi zur Obervogelbrot-Präsentation. Küken Roger Keel wurde zum Obervogel Nummer 24 gewählt.

Mäx Hasler
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Die Obervögel und das Rebsteiner Fasnachtskomitee hatten es bei Lombardis lustig. (Bild: Mäx Hasler)

Die Obervögel und das Rebsteiner Fasnachtskomitee hatten es bei Lombardis lustig. (Bild: Mäx Hasler)

REBSTEIN. Traditionell zu Beginn der Rebsteiner Fasnacht versammelten sich die Obervögel in der Bäckerei Lombardi, um das Obervogelbrot zu degustieren, das wieder bis am Aschermittwoch erhältlich ist. Mit diesem «Vogeltreff» wird die Rebsteiner Fasnacht eingeläutet, die am Freitag, 29. Januar, mit der Geburt des Obervogel-Kükens und am 30. Januar mit dem grossen Umzug ihren Höhepunkt hat.

Vom Bartgeier bis zum Dompfaff

Fast alle Vögel waren da. Urvogel und Vogeldino (Otto Graf), der Bartgeier (Coiffeur Sieber), der Turmfalke (Jürg Litscher), das Rotkehlchen (Urs Hermann), der Steinadler (Pius Friberg), die Brandgans resp. der Brandganter (Armin Langenegger), der Dompfaff (Pfarrer Tolfo), der Birkenau-Kiebitz (Urs Hartert), der Berg- respektive Kilimandscharo-Fink (Hasa Steiner) oder die Rauchschwalbe (Erwald Ender). Auch die Krähen Bernadette Lüchinger und Claudia Schmid sowie Spätzli Kathrin Keel hatten sich eingefunden, um vom bekömmlichen Obervogelbrot zu picken. Vermisst wurden unter anderem die Mehlschwalbe, Beck Kohler, und Graureiher Florian Gall. Schnatterente Reini Hengartner war aus persönlichen Gründen abwesend. Sie feierte mit Freunden doppelt zu Hause. Erstens ihren Geburtstag und zweitens 25 Jahre in der Kiste, in der Magenbrotkiste an der Olma.

Erstunkenes und Erlogenes

Wie immer machte auch wieder viel Wahres, Halbwahres und Unwahres die Runde. In der Gerüchteküche der Vögel brodelte es gehörig. Der Bartgeier wusste bei seiner Predigt nach der Brotsegnung wieder einiges zu berichten. Zum Beispiel, dass Küken Roger Keel, das vom Dompfaff und vom Bartgeier ehrenvoll zum Obervogel 24 befördert wurde, eine Macke habe. Weil er abergläubisch sei, nehme er aus Prinzip von seinem Arbeitgeber, Peter-Otto Graf (Obervogel Nr. 2), keinen 13. Monatslohn an. Er beharre stur auf nur zwölf Auszahlungen. Intimes kam vom Bäckermeister an den Tag. «Michael der Starke» sei dem Trunke verfallen. Dabei weiss der arme Mann nicht mal, wie man Bier und Wein schreibt. Er schütte aber seit Jahren Kaffee in sich rein.

Pfarrer Tolfo erfuhr das Neueste aus der Theologie: Er wusste nämlich bisher nicht, was es für eine Jahreszeit gewesen sei, als Eva Adam mit dem Apfel verführt habe. Ein Rebsteiner Bub habe ihn kürzlich aufgeklärt. Es müsse September gewesen sein, denn dann seien die Äpfel reif. Auch das Rotkehlchen bekam sein Fett ab. Der Streit mit seiner Nachbarin sei reine Taktik gewesen. Seit der Zwist in «20 Minuten» publiziert wurde, laufe die Werkstatt besser als vorher. Solcher und ähnlicher Unsinn machte die Runde.

Ein Funken Wahrheit

Der Bartgeier erzählte aber auch Wahres. Zum Beispiel, dass die Körnlibank dieses Jahr (und vielleicht auch in Zukunft) zweifach durch die Beizen tourt. Kibitz Urs Hartert, Hauptverantwortlicher für die schändlichen, aber genialen Texte der Bank dazu: «Weil wir heuer das 25-Jahr-Jubiläum feiern und es viel aufs Korn zu nehmen gab, sind mit den Sumpfhühnern und den Zapfhähnen zwei Vogelzüge mit der Körnlibank unterwegs.» Man darf also gespannt sein, worüber nach der Geburt des neuen Kükens gelacht werden darf.