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Visionäres

Garten
Urs Stieger
Bernecker Edelkastanie. (Bild: Urs Stieger)

Bernecker Edelkastanie. (Bild: Urs Stieger)

Ich habe immer erwartet, dass Politiker oder Wirtschaftsführer einen weiteren Horizont haben als bis zu den nächsten Wahlen oder der nächsten GV. Meistens bleibt es bei den Erwartungen … Das Visionäre ist ja gar nicht so beliebt bei konservativen Menschen, was nicht unbedingt gleichbedeutend ist mit konservativen Parteien. Visionen setzen die Bereitschaft zur Veränderung voraus.

Ich hätte da schon noch ein paar Visionen auf Lager, die durchaus Realität werden könnten: Das Rheintal wird zum Mandel- und Marronital!

Hä? Ja, Marroni und Mandel sind ideale Pflanzen für das Klima im Rheintal! Vor mehr als hundert Jahren waren Marroni «noch ziemlich verbreitet, bei der Vorburg in St. Margrethen gab es meterdicke Bäume» (Flora Kanton St. Gallen). Der Baum wurde wahrscheinlich schon vor den Römern in der Gegend eingebürgert und hat die karge Küche der Rheintaler bereichert.

Meine Vision sind richtige Marronihaine, wie sie am Vierwaldstättersee vorkommen. Un­sere Marroni im Garten gedeihen jedenfalls prächtig, die kleine Edelkastanie «Lyon» bringt Mordsdinger! Der Baum wird nicht gross und ist auch für kleine Gärten brauchbar. Das wäre doch eine Aufgabe für die Ortsgemeinden! Diversifizieren predigen ja die Wirtschaftshäuptlinge!

Mandeln im Rheintal? Mandelbäume im Frühjahr sind eine Pracht. Mandelalleen geben Landschaften einen speziellen, edlen Charakter. In Deutschland gibt es Weingegenden, die ziehen im Frühjahr, wenn die Mandeln blühen und die Reben noch ruhen, Heerscharen von Touristen (und Weinkonsumenten) an. Mandelbäume und Reben zusammen funktionieren tadellos, da die Bäume nicht grosse Schatten werfen und wenig Randplatz brauchen. Man stelle sich als Beispiel vor: Auf der Krete beim «Forschtchappeli» in Altstätten eine Reihe Mandelbäume im Frühjahr. Was für eine Pracht vom Rheintal aus! Im Herbst gibt’s Praliné mit Rheintaler Mandeln.

Tausend Einwände höre ich! Das Problem der Visionen! Wie war das noch mit dem vermeintlich urigen «Törggeribel»? Oder den ungeliebten «Härpfl»? Schon immer hier angepflanzt? Ach was, aus purer Not gegen allen Widerstand akzeptiert und eingebürgert. Leider wurde die Marroni, Jahrhunderte vor Mais und Kartoffel heimisch, vernachlässigt, sodass schon 1912 der Kantonsförster aufrief, den Baum mehr zu pflegen, ansonsten er aussterben könnte.

Ich weiss, Visionen stam­- men oft «aus der falschen Ecke» und haben es dementsprechend schwer in den sogenannt etablierten Kreisen.

Trotzdem, ich bin gerne bereit, bei Beratung, Auswahl, Import mitzuhelfen.

Auf dass man endlich «die heissen Kastanien aus dem Feuer holen» kann.

Urs Stieger

Berneck

Das Buch «Hädöpfl und Mäze­schtärn», gesammelte Kolumnen aus dem «Rheintaler» und der «Rheintalischen Volkszeitung» ist im blabla-verlag.ch erschienen.

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