Vierter werden, oder Erster

Der Städtlilauf (morgen, ab 15.30 Uhr) lebt nicht vor allem von Spitzenläufern, sondern etwa von Turnvereinen mit grosser Nachwuchsabteilung. Ein Turnstundenbesuch beim KTV Oberriet.

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Wie Bienen bevölkern sie das Städtli im Schwarm: Die gelb-schwarz angezogenen Läufer des KTV Oberriet. (Bilder: Samuel Tanner)

Wie Bienen bevölkern sie das Städtli im Schwarm: Die gelb-schwarz angezogenen Läufer des KTV Oberriet. (Bilder: Samuel Tanner)

ALTSTÄTTEN. Andrin und die andern wollen starten, bevor es losgeht. Ein Dienstag im August, Turnhalle OZ Oberriet, noch ist es nicht 17.30 Uhr. Auf dem Gang quengeln, schreien, klopfen fünfzehn Buben, sechs oder sieben Jahre alt. Alltag in der Jugendriege Knaben I. Der Technische Leiter wird später auf die Bemerkung Rasselbande hin nur schmunzeln.

Dann kommen Andi Oesch und Martin Koller, die Riegenleiter. Einer ruft in den Lärm hinein: «Heute gehen wir zuerst nach draussen! Städtlilauf-Training! Und hopp!» Draussen steht schliesslich ein Turner mit Beratermappe, das muss er sein, der Technische Leiter. Er heisst Urs Brülisauer und nimmt Anmeldungen für den Lauf entgegen.

Der KTV Oberriet startet Jahr für Jahr mit etwa vierzig Buben und Mädchen am Altstätter Städtlilauf, das zeigt Brülisauers Statistik. An jenem Abend sind es schon fünfundzwanzig, die sich für die 28. Ausgabe angemeldet haben. «Es werden sicher noch mehr», sagt Urs Brülisauer.

Die Organisatoren des Laufs sind froh um Vereine wie den KTV Oberriet. Zwar starten regelmässig auch internationale Topläufer am Event, der morgen ab 15.30 Uhr stattfindet – aber das Fundament bilden Laufgruppen, Turnvereine und Firmenteams. Anders wäre es nicht möglich, auf die Zahl von 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu kommen. Anders genösse der Lauf keine derart breite Unterstützung in der Region. Auch dieses Jahr bieten die Organisatoren so viele verschiedene Kategorien an, dass für jeden eine machbare Distanz dabei sein sollte. Für Kurzentschlossene besteht zudem die Möglichkeit, sich vor Ort nachzumelden.

«Boah, isch dä schnell»

Nicht mehr nötig hat das Andrin Baumgartner, 7 Jahre alt, einer der Buben in der KTV-Oberriet-Jugi. Er steht mittlerweile draussen neben der Tartanbahn und neben seinen Kollegen. Er sagt: «Meine Mama hat mich angemeldet; sie meldet mich eigentlich dauernd für irgendwas an. Für das Geräteturnen, für die Jugi, für den Rhylauf. Wirklich immer.»

Und der Städtlilauf ist eine deiner Lieblingsdisziplinen?

«Nicht unbedingt. Da muss man so weit rennen. Wie durch ganz Oberriet. Aber ich hoffe, ich bin besser als letztes Jahr.»

Ebenfalls bereits angemeldet ist an diesem Abend Nico Baumgartner (nicht verwandt mit Andrin, aber im Oberrheintal gibt es wohl mehr Baumgartner als Müller). Nico sagt: «Ich war schon viermal am Städtlilauf. Eigentlich seit ich laufen kann. Letztes Jahr wurde ich ungefähr Sechster, da war ich sehr zufrieden.»

«Boah, dä ander isch huere guet», kommentiert Andrin.

«Dieses Jahr will ich Vierter werden. Oder Erster», sagt Nico.

Dann rennen sie los, zusammen mit den anderen Buben der Jugendriege Knaben I, vorbei am Oberstufenzentrum, ab auf die Trainingsrunde. Vielleicht fast durch ganz Oberriet. (sta)

Nico Baumgartner

Nico Baumgartner

Andrin Baumgartner

Andrin Baumgartner