Vier Tore, vier Rote

Weder die Rebsteiner noch die Auer wussten nach dem Spiel, ob sie mit dem 2:2 nun zufrieden sein sollen. Es war ein äusserst kurioses Derby, in dem der Schiedsrichter viel Farbe ins Spiel brachte.

Remo Zollinger
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Volkan Akyildiz auf dem Weg zum Auer Führungstreffer: Er liess sich bei seinem Solo von keinem aufhalten, auch nicht von Emre Kocabas. (Bild: Remo Zollinger)

Volkan Akyildiz auf dem Weg zum Auer Führungstreffer: Er liess sich bei seinem Solo von keinem aufhalten, auch nicht von Emre Kocabas. (Bild: Remo Zollinger)

FUSSBALL. Viermal zückte der Unparteiische im Spiel zwischen Rebstein und Au-Berneck den roten Karton – und das, obwohl es ein faires Derby war. «So etwas habe ich in meinen zwölf Jahren Aktivfussball noch nie erlebt», sagte Au-Bernecks Silvio Putzi nach dem Spiel. Sein Sportchef Philippe Zoller pflichtete ihm bei: «Es war doch ein richtig faires, ja sogar ruhiges Spiel.»

Zu acht zum Ausgleich

Diesbezüglich waren auch die Rebsteiner nicht anderer Meinung. Sie haderten aber mit dem Spielausgang: Trotz teilweise dreifacher Überzahl ist es ihnen nicht gelungen, den mühsam erarbeiteten Vorsprung über die Zeit zu bringen. Im Gegenteil, es war ihnen zu keinem Zeitpunkt anzusehen, dass sie mit zwei oder drei Mann mehr auf dem Feld standen. Der negative Höhepunkt aus ihrer Sicht war der positive Höhepunkt aus Sicht der Gäste: Akyildiz zündete in der 83. Minute nochmals den Turbo und glich zum 2:2 aus. An diesem Spielstand änderte sich nichts mehr, obwohl Rebstein nochmals aufwachte und dreifach zum Abschluss kam. Der starke Fabio Staudacher im Tor sicherte den Gästen aber den einen Punkt.

Au-Berneck dominant

Mit diesem kann Au-Berneck auch nicht wirklich zufrieden sein. In der ersten Hälfte waren die Gäste besser, hatten mehrere Chancen. Weil sie aber nur eine nutzten, stand es zur Pause 1:1. Akyildiz erzielte in der 34. Minute das 0:1, als er nach einem Rebsteiner Corner mit dem Ball am Fuss über das gesamte Feld lief, fünf Rebsteiner ausdribbelte und den Ball im Tor unterbrachte. Rebstein kam acht Minuten später zum Ausgleich. Cokicli verwertete einen Penalty, nachdem der Schiedsrichter nach einer Intervention von Staudacher an Köppel auf Elfmeter entschied. Eine strittige Entscheidung.

Für Rebstein war der Pausenstand schmeichelhaft. Die Gäste tauchten häufig gefährlich vor Kühn auf, vergaben aber immer. Der Führung am nächsten waren sie bei einem Pfostenschuss von Akyildiz (26.) gekommen.

Rebstein in Führung

Auch nach der Pause war Au-Berneck zunächst die bessere Mannschaft. Tsalekou kam zweimal zum Abschluss und kam dem Tor auch nahe, einer seiner Versuche landete aber an der Torumrandung. Etwas später kam Rebstein zum zweiten Penalty. Meyer hielt Baiao an der Strafraumgrenze zurück, worauf der Innenverteidiger die gelb-rote Karte sah. Cokicli verwertete auch diesen Strafstoss souverän und brachte Rebstein mit 2:1 in Führung.

Au-Berneck mit Moral

Darauf folgten drei weitere rote Karten. Zuerst wurde Sönmez zum zweiten Mal verwarnt (67.), zehn Minuten später flog auch Gulan nach anhaltendem Reklamieren frühzeitig vom Feld. Die letzte Rote holte dann Rebsteins Vasic, der nach einem Gerangel unter die Dusche musste. Trotz Unterzahl gab sich Au-Berneck aber nicht geschlagen, bewies eine tolle Moral und erkämpfte sich noch einen verdienten Punkt.

Nach den Siegen der Konkurrenz wird die Lage für Rebstein allmählich ungemütlich. Beim Gastspiel in Vaduz wird die Giger-Elf gefordert sein, denn sie braucht für den Ligaerhalt noch einige Punkte.

Au-Berneck hingegen wird nach der Rot-Orgie geschwächt auf den FC Rorschach treffen – allerdings kommen mit Okan Akyildiz und Emre Demir auch zwei Spieler aus einer Rotsperre zurück.

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