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«Vielleicht muss aber etwas sterben, damit man merkt, dass es fehlt»: Prim-El-Club vor dem Aus

Sollte sich bis zur Hauptversammlung im November kein neues Führungsteam bilden, wird der Prim-El-Club, eine Untergruppe der Katholischen Frauengemeinschaft Widnau, nach über 40 Jahren aufgelöst.
Susi Miara

«Wenn sich bis zum 23. November niemand meldet, geben wir an der Hauptversammlung die Auflösung des Prim-El-Clubs bekannt», sagt Teamleiterin Petra Merz Kellenberger. Der Prim-El-Club (Primarschul-Eltern-Club) organisiert für Primarschüler ab der 3. Klasse und deren Eltern verschiedene Veranstaltungen im Bereich Erwachsenenbildung sowie eine aktive Freizeitgestaltung. Pro Jahr sind es fünf Anlässe: der Fasnachtsnachmittag, ein Vortrag, der Besuch der Kinder-Uni St. Gallen, das Weihnachtsbasteln und das Friedenslicht.

Niemand will sich freiwillig engagieren

Vor fünf Jahren hat Petra Merz Kellenberger gemeinsam mit fünf Frauen die Leitung des Prim-El-Clubs übernommen. «Es ist sehr wichtig, dass Frauen, die Kinder in diesem Alter haben, den Club auch leiten», sagt sie. Dies sei bei ihnen nun nicht mehr der Fall. Ihre Kinder seien herausgewachsen und für das Team sei es nicht mehr so leicht, Themen zu finden, die die Schüler heute ansprechen. Dass es so schwer sein würde, eine Nachfolge zu finden, damit hat das Team nicht gerechnet. «Wir haben viele Frauen direkt angesprochen, Flyer verteilt und einen Aufruf auf unserer Homepage und auf Facebook gestartet», sagt Petra Merz Kellenberger. Das Resultat war gleich null. Die Ausreden seien immer die gleichen gewesen: keine Zeit, anspruchsvolle Hobbys der Kinder, Yoga- und Fitnessstunden.

«Es scheint, dass Selbstverwirklichung und Psychohygiene einen grossen Stellenwert im Leben vieler Frauen einnehmen», vermutet Petra Merz Kellenberger und fragt sich, ob das jetzt der Wandel unserer Zeit ist und ob das Gemeinwohl keinen Platz mehr im Terminkalender findet. Dies, obwohl sich viele Eltern beklagen, dass die Kinder und Jugendlichen viel Zeit am Handy verbringen, sich oft auf Plattformen, wie Instagram und Snapchat bewegen. «Das reale Leben findet aber nicht in der Cyberwelt statt, sondern in der direkten Interaktion und Kommunikation mit Menschen», betont die Teamleiterin. Diese Werte vermittle auch der Prim-El-Club.

Mit gerade fünf Anlässen halte sich der Aufwand in Grenzen. Ausserdem sei das Team bei der Wahl der Ideen frei. Schade wäre jedoch, wenn der Fasnachtsanlass, das Weihnachtsbasteln und das Friedenslicht aus dem Terminkalender verschwinden würden. «Vielleicht muss aber etwas sterben, damit man merkt, dass es fehlt», sagt Petra Merz Kellenberger. Sie findet es wichtig, dass Eltern den Kindern die ehrenamtliche Arbeit vorleben. Schliesslich profitieren alle davon. Eines ist jedoch sicher: Auch wenn es den Prim-El-Club nicht mehr geben wird, möchte der Vorstand der Frauengemeinschaft das Friedenslicht weiterhin organisieren.

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