Vielerorts ist Feuerwerk verboten

Es erfordert schon ein besonderes Mass an «Einfachheit», dass man Zeit, Geld und vor allem Umweltressourcen (ohne Rücksicht auf künftige Generationen) investiert und unter Umständen sogar die eigene Gesundheit oder die anderer aufs Spiel setzt für ein paar Minuten Freude an Feuerwerkskörpern

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Es erfordert schon ein besonderes Mass an «Einfachheit», dass man Zeit, Geld und vor allem Umweltressourcen (ohne Rücksicht auf künftige Generationen) investiert und unter Umständen sogar die eigene Gesundheit oder die anderer aufs Spiel setzt für ein paar Minuten Freude an Feuerwerkskörpern – wenn man ihnen denn etwas Freudvolles abgewinnen kann. Denn sie stinken, sie machen Krach, verängstigen Kleinkinder und Tiere und verursachen nebenbei einen Haufen Abfall. Ausserdem steigt die Feinstaub- sowie die Schwefeldioxidbelastung bei ihrer Verwendung zumindest vorübergehend massiv an. Auch wenn Feuerwerke einen sehr geringen Anteil an den gesamten jährlichen Feinstaub- und Schwefeldioxid-Emissionen ausmachen, ist dieser Anteil doch zu hoch. Denn es handelt sich um einen mühelos zu vermeidenden Emissionsanfall. Das Mass an Verzicht, das der Einzelne leisten müsste, ist geradezu lächerlich.

In der Realität sieht es entgegen aller Vernunft doch anders aus. Das verwirrt zunächst. Ruft man sich dann aber die Gauss'sche Normalverteilungskurve betreffend Intelligenz in Erinnerung, fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Dann fragt man sich für einen Moment, ob Demokratie allenfalls doch ein Konzept ist, das dem Menschen langfristig selbst gefährlich wird. Vielleicht sieht aber die Gauss'sche Normalverteilungskurve über die gesamte Menschheit betrachtet anders aus und wir haben Glück, dass es in anderen Teilen der Erde mehr vernunftbegabte Wesen gibt (z. B. in Slowenien, wo Verkauf, Besitz und Verwendung von Böllern und Krachern seit 2008 generell verboten ist; ähnliche Verbote haben diverse Grossstädte in Europa erlassen). Die Hoffnung stirbt zuletzt und so hoffe auch ich weiter, dass unsere Politiker endlich Nägel mit Köpf(ch)en machen.

Catherine Reiter,

Fahrgasse, Widnau

Glückwünsche nicht nötig

Was nützt der Brauch der guten Neujahrswünsche? Er bringt höchstens der Glückwunschkarten-Industrie Gewinn.

Es gibt genug Menschen auf der Schattenseite des Lebens! Für sie sind solche Wünsche pietätlos und haben etwas Höhnisches. Besser wäre eine Geste echter Aufmerksamkeit, ein Ausdruck wahren Mitgefühls.

Sehe ich zudem in der Welt draussen Mord, Folter, Verhungern und Erfrieren von Menschen, moralische Dekadenz und Wertezerfall, um nicht zu sagen die Umkehrung der Werte-Definition, wo Gutes plötzlich böse und Böses gut genannt wird, löst das bei mir Übelkeit aus.

Und jene, die mir Gutes wünschen – meinen sie es aufrichtig oder pflegen sie nur eine Tradition?

Wenn sie es ernst meinen, müssten sie zuerst Taten sprechen lassen, nicht nur Worte, die nichts kosten. Anstelle guter Taten steht zu oft ein leeres, billiges Geschwätz. Von mir aus hätte man diese Gepflogenheit schon lange abschaffen können. Stattdessen könnte man eine neue Tradition einführen, nämlich, ab jetzt ehrlich zu sein und sich nicht länger gegenseitig etwas vorzumachen. Ich glaube irgendwie schon an die Kraft guter Wünsche. Aber dann muss es «tiefer gehen».

Also, nichts für ungut, ich kann auf blosse Worte verzichten.

Schenken Sie mir lieber ein Lächeln, aber nur, wenn's von Herzen kommt.

Daniela-Esther Wider

Diepoldsau

Gesetze ausser Kraft gesetzt

Nun haben wir den Übergang ins neue Jahr wieder hinter uns. Was mich jedes Jahr von Neuem stört, ist, dass das Läuten der Glocken gar nicht mehr als solches wahrgenommen werden kann wegen der Knallerei, und das Ganze eher einem Kriegszustand nahekommt. Wer an Neujahr Nachrichten gelesen hat, traut seinen Augen kaum. Überfälle, Einbrüche, Schlägereien. Angeblich musste die Polizei allein in Basel 120-mal ausrücken – und das alles in der Silvesternacht. In die Notaufnahme des Berner Inselspitals wurden 120 Kinder und 45 Erwachsene eingeliefert. Bereits vor Mitternacht ein 13-jähriger Bub mit einer Alkoholvergiftung! Ich frage mich, wo waren die Eltern all dieser Kinder? Ich glaube kaum, dass die Silvesternacht dazu da ist, alle elterlichen Pflichten zu vergessen. Noch etwas beschäftigt mich. Was geht eigentlich in den Köpfen der Verantwortlichen für Umweltschutz vor, wenn so viel Luftverschmutzung in einer Nacht verursacht wird? Das alles müsste längst verboten werden! Als Hausbesitzer gibt es Vorschriften, wie man beim Heizen mit Holz umzugehen hat. Es werden Asche- und Holzkontrollen gemacht. Bei Nichteinhaltung der Vorschriften drohen Bussen, weil es das Gesetz so vorschreibt. Warum dürfen an Silvester und am 1. August alle Gesetze missachtet werden, die mit Luftverschmutzung und Nachtruhestörung zu tun haben? Natürlich, weil die Zuständigen auch nicht mehr wissen, was sie tun!

Ida Berweger

Gigershusstrasse 6, Oberegg

Gute Träume können Realität werden

Betreff: Mineralheilbad St. Margrethen, das Ende März geschlossen werden soll.

Obwohl die Mineralbäder Zurzach und Bad Ragaz viel bekannter sind, wagte der frühere Besitzer des Mineralheilbades in St. Margrethen, Jakob Bolt, schon 1970 eine imposante Erweiterung. Das Bad wurde damals vollständig umgebaut und neu konzipiert. Man konnte nicht nur in Wannen baden, sondern auch in einem ausgebauten, 12 m langen und 7,5 m breiten Becken, das allen hygienischen und gesundheitlichen Anforderungen voll entsprach. Der darauffolgende grosse Zustrom von in- und ausländischen Badegästen veranlasste Jakob Bolt im Herbst 1977, den Spatenstich zu einem zweiten Erweiterungsprojekt zu wagen. In Anwesenheit von Gemeindeammann Karl Dudler, Architekt Werner Wicki und Freunden konnte Jakob Bolt mit seiner Familie am 7. Dezember 1978 in St. Margrethen feiern; das Freibad und die neuen Nebenräume wie Liegehalle, Solarien, Sauna und Garderoben wurden offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Das Mineralbad hat eine rasante Entwicklung erlebt. 1971 wurde das Mineralhallenbad eröffnet und im Dezember 1978 zählte man durchschnittlich 400 Besucher pro Tag.

Laufend ausgebaut

Ab August 1985 war das Mineralbad um eine Attraktion reicher. Ein Fliessbad, das Ferienstimmung verbreitete, und ein Café-Restaurant zum Verweilen ergänzten das Angebot. Gemeindeammann Paul Gerosa zeigte sich glücklich, dass die Behörden das öffentliche Interesse des Mineralheilbades 15 Jahre zuvor erkannt hatten. Die Besucherzahlen von täglich 700 Gästen rechtfertigten die in den letzten Jahren getätigten Investitionen von 11 Mio. Franken. Nach einer weiteren Ausbauetappe bis Ende 1985 wurden Sauna und Solarien in Betrieb genommen. Im August 1985 gratulierte der St. Galler Verkehrsdirektor Werner Boss zum Unternehmertum und sicherte Jakob Bolt die Unterstützung durch die Tourismuskreise des Kantons zu. Im August 1990 erweiterte das Mineralheilbad sein bisher schon enormes Dienstleistungsangebot mit einem neuen Liegesprudelbecken, einer Kneipp-Tretanlage und einer Dampfgrotte im Freien. Mit viel Initiative und Weitsicht hat Jakob Bolt senior das Bad auf- und ausgebaut.

855 Besucher täglich

Dass der frühere Inhaber mit seinen Investitionen auf die richtige Karte setzte, bewiesen die Besucherfrequenzen eindrücklich. Durchschnittlich 855 Badegäste wurden 1991 pro Tag gezählt. Jakob Bolts Hoffnungen galten einem künftigen «Kurort St. Margrethen». Unerwartet verstarb er am 28. April 1994. Durch seinen Gerechtigkeitssinn und seine Aufgeschlossenheit hatte er die Herzen des Personals gewonnen. Das Mineralheilbad ging im August 1992 an den Sohn Jakob Niklaus Bolt über. Der neue Firmenleiter stellte als staatlich diplomierter Physiotherapeut sicher, dass auch in Zukunft das hohe Qualitätsniveau im bisherigen Sinn und Geist erhalten blieb.

Das rund 40-jährige Hallenbad bedarf einer dringenden und umfassenden Sanierung. Die Sicherheit und Hygiene ist zwar noch immer ansprechend. Verschiedene Anlageteile und die Technik befinden sich aber in einem kritischen Zustand. Nie hätte ich gedacht, dass das Mineralbad einmal nicht mehr sein soll. Nun ist es aber so weit gekommen.

Ich wünsche den Besitzern, dass sie doch noch eine zukunftsgerichtete Langzeitlösung finden, die den Bedürfnissen zum Entspannen und Wohlfühlen entspricht.

Andreas Engler

Tobelstrasse 6, Rebstein

(40 Jahre Teilzeit-Mitarbeiter)