Viele Fragen zum Neubau des Kindergartenzentrums Neumüli

Am Donnerstagabend luden Stadt- und Schulrat die Bevölkerung zu einer Orientierungsversammlung ein. Die Anwesenden hatten viele Fragen zum geplanten Neubau des «Kindergartenzentrums Neumüli».

Benjamin Schmid
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Die Stadtvertreter hörten sich die Fragen aus der Bevölkerung an und gingen darauf ein. (Bild: Benjamin Schmid)

Die Stadtvertreter hörten sich die Fragen aus der Bevölkerung an und gingen darauf ein. (Bild: Benjamin Schmid)

Gut 40 Personen waren der Einladung gefolgt und hörten sich an, welche Vorteile ein neues Kindergartenzentrum gegenüber dem bisherigen Modell hätte. Man war gekommen, um den Verantwortlichen kritische Fragen zu stellen.

Der Stadtrat hat sich im Vorfeld für das Kindergartenzen­trum ausgesprochen und so­- wohl das Vorprojekt für den Neubau sowie den Kostenvoranschlag über 3,49 Millionen Franken genehmigt. Er empfiehlt den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, auf eine Sanierung der veralteten drei Kindergärten zu verzichten und an ihrer Stelle ein Kindergartenzentrum mit drei autonomen Kindergarteneinheiten nebst einem Ergänzungsbau für den Betrieb der Kinderspielgruppen zu errichten. «Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Kosten für die Sanierung der veralteten Gebäude oder ein neues Kindergartenzentrum in etwa die Waage halten», sagte Schulratspräsident Oscar Kaufmann.

Projekt kritisch beleuchten

Knapp 3,5 Millionen Franken sind kein Pappenstiel. Daher vermag es nicht zu erstaunen, dass sich an der Orientierungsveranstaltung einige Bürgerinnen und Bürger kritisch dazu geäussert haben. Vor allem die längeren Schulwege wurden beanstandet. «Dies führt zu weniger Familienzeit», sagte eine Anwohnerin und ergänzte: «Es sollte für jedes Quartier einen Kindergarten geben.» Andere Stimmen fanden die Verkleinerung der Grünfläche bei einem Neubau wenig attraktiv oder waren der Meinung, dass bereits heute Synergien zwischen der Schule und dem Kindergarten genutzt würden und es deshalb keinen teuren Neubau bräuchte.

Die meisten Fragen jedoch kamen im Zusammenhang mit dem Projekt auf und zielten da­rauf ab, dieses zu prüfen und zu durchleuchten. Haben die Verantwortlichen an alles gedacht oder entpuppt sich das Projekt als zu wenig ausgereift? Bekommen die Kinder genug Schattenfläche? Welche Spielgeräte müssen zwingend angeschafft werden oder wie sinnvoll sind halbhohe Räume? Ausserdem stellten sich ei­nige die Frage, ob der Neubau dem Sportplatz nicht zu viel Raum wegnähme und so die Bewegungsfreiheit der Schüler eingeschränkt werde. «Ist der Neubau behindertengerecht», fragte ein Anwohner, während ein weiterer Gast sich nach den Sicherheitsbestimmungen erkundigte.

Bestehende Kindergärten umfunktionieren

Schulratspräsident Oscar Kaufmann hatte auf die meisten Fragen eine Antwort parat. Nicht allen Anwesenden leuchteten diese ein, für die Mehrheit aber waren sie sachlich nachvollziehbar. «Der Zentrumskindergarten bietet viele Vorteile. Weil alles an einem Ort ist, entstehen kurze Wege», sagte Kaufmann. Der Neubau samt Innenraumgestaltung sei auf einen Kindergartenbetrieb ausgerichtet. «Die Bedürfnisse der Lehrpersonen sind ins Projekt eingeflossen», sagte Kaufmann. Man habe sich bei anderen Gemeinden informiert und deren Kindergärten angeschaut. Daraus ergab sich vorliegendes Projekt, das die Vorteile anderer Projekte einschliesst, sodass kaum Nachteile übrig blieben. Auf die Frage, was bei einem negativen Wahlergebnis geschehe, antwortete Kaufmann: «Es gibt keinen Plan B. Alternativ müssten die bestehenden Gebäude saniert und an die Bedürfnisse angepasst werden.»

Die Nutzung der bisherigen Kindergartenliegenschaften ist noch offen. Darüber soll die Bürgerschaft zu gegebener Zeit entscheiden. Beim Löwenhof könnte ein Grünraum geschaffen werden, für die Parzelle des Kugel­- wis-Kindergartens hat die Ortsgemeinde Interesse angemeldet, und der Buhof könnte für eine bauliche Entwicklung freigegeben werden.