Viele Feldgrillen dank Hitzesommer

Der Verein Pro Riet Rheintal legt artenreiche Blumenwiesen in unteren Hanglagen des Tätigkeitsgebiets an. Die Feldgrille profitiert davon – besonders in warmen und trockenen Sommern wie dieses Jahr.

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Ein Feldgrillen-Männchen vor seiner Wohnhöhle. (Bild: pd)

Ein Feldgrillen-Männchen vor seiner Wohnhöhle. (Bild: pd)

Ende April stehen die Pro-Riet-Blumenwiesen in den Rheintaler Hanglagen jeweils in voller Blüte. Lautstark machen die Feldgrillen-Männchen auf sich aufmerksam. Die Lauterzeugung erfolgt mit Hilfe der kurzen Vorderflügel. Nur die Flügel der Männchen tragen Strukturen zur Lauterzeugung. Die Weibchen bleiben stumm.

Die schwarzen, grossköpfigen Sänger bekommt man äusserst selten zu Gesicht. Das Zirpen stellen sie ein, wenn man sich ihnen nähert. Noch ehe man sie entdeckt, ziehen sie sich in die selbst gegrabene Wohnhöhle zurück.

In der späten Julihitze endet das Grillenkonzert ohnehin. Die Paarungszeit ist vorbei und das kurze Leben der Elterntiere geht zu Ende. An ihrer Stelle erscheinen die flügellosen und folglich stummen Larven, die die kalte Jahreszeit bis zu 30 Zentimeter unter der Erdoberfläche überdauern und im nächsten Jahr die Elterngeneration bilden.

Larven auf Wohnungssuche vor dem Winter

Feldgrillen sind wärme- und trockenheitsliebend. Im zu Ende gehenden Hitzesommer herrschten somit zur Fortpflanzungszeit ideale Bedingungen und der Fortpflanzungserfolg war überdurchschnittlich. Vergleichsweise oft begegnet man deshalb in diesen Tagen Feldgrillenlarven auf der Suche nach einem Winterversteck. Nicht selten führt sie die Suche in die Nähe des Menschen, beispielsweise in den Hausgarten oder gar ins Innere der Häuser.

Zwar steht die Feldgrille noch nicht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, aber der Trockenwiesenbewohnerin mit Vorliebe für offene Bodenstellen bietet intensiv bewirtschaftetes Wiesland keinen Lebensraum mehr. Hingegen sagen ihr extensiv bewirtschaftete Blumenwiesen an den Rheintaler Südhängen und neu angelegte Blumenwiesenböschungen in den hiesigen Rebbergen besonders zu. Dort profitiert sie von einer erhöhten Sonneneinstrahlung im Frühling und einem zurückhaltenderen Schnittregime. Zudem trifft sie auf weniger dichte Vegetation als im normal bewirtschafteten Grünland. Der Verein Pro Riet Rheintal konnte dieses Jahr über zwei Hektaren Blumenwiese in den Hanglagen und Dörfern des Tätigkeitsgebiets ansäen, die sich als Feldgrillenlebensraum bestens eignen. Weitere Ansaaten für nächstes Jahr konnten bereits vereinbart werden, so dass die Feldgrille auch in weniger heissen Sommern im Rheintal auf ihre Kosten kommen wird.

Bei der Ansaat neuer Blumenwiesen setzt Pro Riet auf hochwertige Saatgutmischungen mit einheimischen Wildblumen und Wildgräsern. Geeignetes Saatgut ist teuer und die Aufwertungsprojekte sind kostspielig. Bei der Umsetzung ist der Verein auf die finanzielle Unterstützung angewiesen. Die Kosten der diesjährigen Ansaaten wurden unter anderem mit dem Biogasrappen der Gravag Erdgas AG finanziert. (pd)