Viel Staub aufgewirbelt

Er ist ein populärer und aneckender Kirchenmann zugleich. Pater Martin Werlen war am Dienstag Gast der Seelsorgeeinheit Altstätten. Es empfing ihn ein grosses Publikum – mit wohl unterschiedlichen Erwartungen, welchen Staub der Pater aufzuwirbeln gedenke.

Monika von der Linden
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Er ist ein populärer und aneckender Kirchenmann zugleich. Pater Martin Werlen war am Dienstag Gast der Seelsorgeeinheit Altstätten. Es empfing ihn ein grosses Publikum – mit wohl unterschiedlichen Erwartungen, welchen Staub der Pater aufzuwirbeln gedenke. Manch ein Zuhörer mochte von ihm eine klare Position zu Themen erhofft haben, die öffentlich interessieren und aktuell in jeder Beiz diskutiert werden.

Pater Werlen wirbelte aber noch viel mehr Staub auf. Er verharrte nicht an der oberen Schicht, die auch oder gerade Kirchenferne wahrnehmen.

Er drang weiter vor und regte die Anwesenden, die Gläubigen an, nicht einer gedankenlosen Gewohnheit zu verfallen, sondern das eigene Gottesbild zu hinterfragen.

Wer erwartet hatte, der Pater verurteile die Mächtigen der Kirche, wurde enttäuscht. Er wandte sich stattdessen an seine Zuhörer. Denn sie sind es, denen er zutraut, die Zukunft der Kirche in die Hand zu nehmen und ihre Geschicke zu lenken.

«Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient», sagte einst der französische Schriftsteller Joseph Marie de Maistre.

In der katholischen Kirche verhält es sich gleich.

vonderlinden@rheintalmedien.ch