«Viel besser als erwartet»

HUNDESPORT. Daniela Bösch aus Berneck wurde an der Agility-CH-Meisterschaft in Oberriet mit Raico und vier fehlerlosen Läufen Vierte. Ein Traumresultat für sie, obwohl sie Bronze knapp verpasst hatte.

Mäx Hasler
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Daniela Bösch aus Berneck mit Raico verpasste die Bronzemedaille um 1,05 Sekunden. (Bilder: Mäx Hasler)

Daniela Bösch aus Berneck mit Raico verpasste die Bronzemedaille um 1,05 Sekunden. (Bilder: Mäx Hasler)

In der Reithalle Oberriet, die normalerweise den Pferden und ihren Reitern gehört, bellten, schwänzelten, hechelten und sprinteten am Wochenende rund 350 Hunde um Meisterehren. Grund war die Schweizer Agility-Meisterschaft, die zum ersten Mal im Rheintal stattgefunden hat. Das Reglement sieht drei Kategorien – Small, Medium und Large – vor, in denen jeweils zwei Läufe absolviert werden müssen.

Zehn Prozent der jeweiligen Teilnehmer können sich schon im ersten Lauf für die Finals qualifizieren, für weitere 15 Prozent gibt es einen Hoffnungslauf. Eine Hundehalterin, die sich mit null Fehlern und einer guten Zeit problemlos im ersten Lauf qualifizierte, war Daniela Bösch mit ihrem Partner, Border Collie Mischling Raico aus Berneck. «Dies war ein cooler Lauf, ich bin selber etwas überrascht, dass es schon im ersten Lauf geklappt hat. Letztes Jahr lief es uns nicht so gut, da konnten wir uns nicht für den Final qualifizieren», sagte die strahlende Berneckerin, die erst seit drei Jahren Agility-Sport betreibt.

Sekunde fehlte

Es kam aber noch besser für das Bernecker Traumpaar. In den beiden Finalläufen der besten 48 Paare gelangen den beiden nochmals zwei Traumläufe. Nach dem ersten Durchgang war sie Zehnte, und am Schluss verpasste sie das Podest um gut eine Sekunde. «Obwohl ich das Podest knapp verpasst habe, bin ich überglücklich. Vier Null-Fehler-Läufe an zwei Tagen und ein vierter Platz habe ich in den kühnsten Träumen nicht erwartet. Der halbe Erfolg gehört natürlich Raico, der mit mir toll zusammenarbeitet und auf den ich mich 100-prozentig verlassen kann», sagte die vor Glück strahlende Bernecker Taxifahrerin, nachdem sie zahlreiche Hände geschüttelt hatte.

Keine Maschinen

Weniger Glück hatte eine andere Berneckerin. Evi Vorburger verpasste mit ihrem Border Collie Byra die Qualifikation. «Obwohl ich mit den Läufen zufrieden bin, reichte es leider nicht. Am Hund lag es nicht, der kann nichts dafür, ich bin schuld, dass es nicht geklappt hat. Schuld am Ausscheiden ist immer der Mensch», so die Hundesportlerin, die in erster Linie Rettungshundeführerin ist.

Auch Dina Untersee aus Lüchingen mit ihren Appenzeller Hunden Elvis und Presley sowie Tanja Heeb aus Altstätten mit Vana schafften die Finalqualifikation nicht und machten am Sonntagmorgen einen normalen Agility-Wettkampf.

Ende gut, alles gut

Beide nahmen das Ausscheiden nicht so tragisch, denn es zeigt einfach, dass weder die Hundeführer noch ihre vierbeinigen Partner Maschinen sind. Zufrieden war auch OK-Chef Stefan Mattle vom organisierenden Verein Team Training aus Sennwald. «Wir haben eine tolle Meisterschaft hinter uns, mit würdigen Siegern. Die Infrastruktur – bei der Halle parkierten 135 Wohnmobile und Wohnwagen – in und um die Halle war sowohl für die Teilnehmer, als auch die Zuschauer optimal. Die Zusammenarbeit mit dem Reitverein, der Genossenschaft, der die Halle gehört, den Behörden sowie den Landbesitzern rund um die Halle war bestens. Auch das Echo der Teilnehmer war positiv», so der nach Ruggell ausgewanderte Oberrieter, der mit seinem Hund Jen auch anderen den Vortritt lassen musste.

Dina Untersee aus Lüchingen mit Elvis lief es nicht wunschgemäss.

Dina Untersee aus Lüchingen mit Elvis lief es nicht wunschgemäss.

Evi Vorburger aus Berneck, die auch Rettungshunde-Führerin ist, gibt die Schuld fürs Ausscheiden sich selber.

Evi Vorburger aus Berneck, die auch Rettungshunde-Führerin ist, gibt die Schuld fürs Ausscheiden sich selber.