Viehschau: Vom Regen in die Traufe

Die Oberegger Viehschau vom Samstag war begleitet von Dauerregen – zum Leidwesen der Veranstalter, die alles daran gesetzt hatten, den Besuchern ein vielfältiges Erlebnis zu bescheren.

Rolf Rechsteiner
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Die Tiere hasteten ungeduldig vorwärts – als hofften sie, ins Trockene geführt zu werden (Bild: Rolf Rechsteiner)

Die Tiere hasteten ungeduldig vorwärts – als hofften sie, ins Trockene geführt zu werden (Bild: Rolf Rechsteiner)

Oberegg. Im Grunde genommen wurde mehr geboten als ein Erlebnis: Die Auffuhr der Tiere geriet zum Abenteuer und zur Durchhalteübung, denn aus leichten Schauern wurde ein einziger Regenguss, dem sich die – trotz allem zahlreichen – Besucher tapfer stellten. Alphornbläser und Stegreifgruppe drängten sich in trockenen Nischen, um ihre Instrumente zu schonen.

Trotzdem ein Lächeln

Mehr Energie forderte die Nässe den 21 Sennen, ihren Begleitern und vor allem den 428 Tieren ab. 229 Kühe, 195 Rinder und vier Stiere fuhren auf. Wer den grössten Anmarschweg hatte, war seit dem Morgengrauen unterwegs. Nur vier Sennen verzichteten auf den traditionellen Fussmarsch und liessen ihre Fahrhabe mit dem Viehwagen auf den Platz bringen. In der Zeit zwischen 9 und 10.

20 Uhr konnte man völlig durchnässte Geissbuben und Trachtenmädchen, Sennerinnen und Sennen beobachten, die trotz allem ein Lächeln auf den Lippen trugen und in die Menge winkten, so weit ihnen eine Hand frei blieb. Die Tiere jedenfalls hasteten ungeduldig vorwärts – als hofften sie, ins Trockene geführt zu werden. Doch weit gefehlt: Die Schauwiese versank trotz dichter Strohteppiche bald im Morast.

Publikum suchte das Weite

Das Nachsehen hatten letztlich alle Standbetreiber, die etwas zur Unterhaltung der Zaungäste beitragen wollten. Nach der Auffuhr blieben die Sennen und ihre Tiere mehr oder weniger sich selbst überlassen. Wer konnte, begab sich unter Dach. Auch die beliebten Präsentationen im Sägemehlring gerieten zur Insider-Veranstaltung. «Wir halten trotzdem am Programm fest und ziehen es durch», sagte der Platzspeaker unverdrossen.

Nach der Ausmarchung für den Genossenschaftscup und den Schöneuter-Wettbewerb in zwei Kategorien wurden die Kühe mit der höchsten Lebensleistung präsentiert. Bevor der Sägemehlring sich angesichts der Nässe auflöste, konnte die Miss Oberegg doch noch gekürt werden. Einmal mehr errang mit «Buche» eine Kuh des Genossenschaftspräsidenten den Titel. Nach diesem reichlich nassen Gesamtereignis traf man sich im Vereinssaal zum behaglicheren Schauabend.

Die Familienkapelle Preisig, das Jodelchörli Wildkirchli und die Kapelle «Moos am Rogge» sorgten für gute Stimmung.