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Vespa für Tochter selber importiert

AU. Christoph Holstein* aus Au war im Dilemma: Seine Tochter wollte eine Vespa, und er wollte, dass sie legal fährt – auch in Vorarlberg. Jetzt fährt Carola Holstein beidseits des Rheins eine EU-Vespa mit Schweizer Kontrollschild. Legal. Obendrein sparte der Vater ein paar Hundert Franken.
René Schneider
Schweizer Rollerfahrerin mit «schneller» Vespa auf der Wiesenau-Brücke bei der Einreise in die Schweiz. (Bild: Archiv/sc)

Schweizer Rollerfahrerin mit «schneller» Vespa auf der Wiesenau-Brücke bei der Einreise in die Schweiz. (Bild: Archiv/sc)

AU. Die 16-jährige Tochter von Christoph Holstein besucht wie andere Jugendliche im Schweizer Rheintal das Gymnasium Riedenburg in Bregenz. Auch Elisa* aus Au ging dort zur Schule. Sie wurde letzten Frühling (Ausgabe 18. März 2011) an der Grenze von Österreicher Beamten zurückgeschickt, weil sie einen zu schnellen Schweizer Roller fuhr. Der Zeitungs-Artikel liess Vater Holstein nicht kalt. Denn auch seine Tochter will einen Roller, sobald sie 16 Jahre alt ist. Und sie will damit zur Schule in Bregenz fahren.

Legal Roller fahren

Der Deutsche «machte sich schlau» wie er sagt, über alle Strassenverkehrs- und Versicherungs-Instanzen in der Schweiz, in Österreich, beim Fachhandel und Zoll beidseits der Grenze. Inzwischen ist Holstein Experte auf dem Gebiet des Rollerfahrens Jugendlicher im kleinen Grenzverkehr. Und er hat für sich die angeblich einzige legale Lösung gefunden: Einen EU-Roller der Marke Vespa selber importieren, in der Schweiz verzollen, vorführen, anmelden und einlösen. Selbst Holsteins Versicherer (die Helvetia) habe gestaunt über die knifflige Gesetzeslage und in einem Schreiben alle ihre jugendlichen Kunden mit Rollern informiert.

Enormer Aufwand

Der Aufwand war enorm. Geholfen hat Holstein das Grenz-Speditionsunternehmen Weiss. Knifflig war der Eigenimport bis ins Detail: Holstein bekam ein Papier, dank dem er den ungelösten Roller ohne Fahrzeugpapiere auf dem Transporter ins Buriet zur Typenprüfung und Schweizer Zulassung bringen durfte. Einiges hat er in vielen Stunden vor dem grossen Tag in seiner Freizeit erledigt, sagt er. Zuletzt nahm er einen Tag Ferien für den grossen Grenzübertritt mit dem Roller (auf einem vom Vorarlberger Verkäufer geliehenen Transporter).

Gar etwas günstiger

Der baugleiche, aber eben landestypisch technisch leicht unterschiedliche Roller der italienischen Marke Vespa kostete nach Verzollung, Typenprüfung, Speditionskosten, Gebühren, Schweizer Mehrwertsteuer und Erstattung der MWST in Vorarlberg ein paar Hundert Franken weniger als das schnelle Schweizer Modell aus dem Schweizer Fachhandel.

In der Schweiz gibt es angeblich ein einziges Modell (des französischen Herstellers Peugeot), das lediglich die in der EU erlaubten 45km/h fährt und die EU-Abgasnormen erfüllt. Es verkauft sich aus naheliegenden Gründen nicht so gut – und Carola Holstein wollte sowieso eine Vespa.

Der günstigere Preis sei im nachhinein erfreulich, sagt Holstein, aber dies sei nicht seine Motivation gewesen zum Eigenimport. Der Preis allein rechtfertige den Aufwand nicht. «Mir ging es darum, dass meine Tochter auf beiden Seiten der Grenze legal unterwegs ist und im Falle eines Unfalls Verlass ist auf vollen Versicherungsschutz.»

*Namen geändert

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