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Versöhnte Zeitungslandschaft

RHEINTAL. Während Jahrzehnten waren «Volkszeitung» und «Rheintaler» politische und konfessionelle Gegenpole. Dies ist schon eine Weile nicht mehr so. Auch die Fusion der Verlagshäuser rva und rdv bringt dies zum Ausdruck.
Max Tinner
Im Archiv der «Rheintalischen Volkszeitung», die lange das Hausblatt der katholisch-konservativen Kräfte im Oberrheintal war und eine dezidiert opponente Meinung zum freisinnigen «Rheintaler» vertrat. (Bild: Max Tinner)

Im Archiv der «Rheintalischen Volkszeitung», die lange das Hausblatt der katholisch-konservativen Kräfte im Oberrheintal war und eine dezidiert opponente Meinung zum freisinnigen «Rheintaler» vertrat. (Bild: Max Tinner)

Anfang Woche haben die Aktionäre der Rheintaler Druckerei und Verlag AG (rdv) und der rva Druck und Medien AG den Zusammenschluss zur Rheintal Medien AG beschlossen. Die lokalen Seiten des «Rheintalers» und der «Rheintalischen Volkszeitung» werden zwar bereits seit 2011 von derselben Redaktion erarbeitet. Beim aktuellen Fusionsbeschluss ging es «lediglich» noch darum, auch die Druckereien unter dasselbe Dach zu bringen. Trotzdem kann der Zusammenschluss als ein Meilenstein in der Mediengeschichte des Rheintals betrachtet werden. Immerhin standen die beiden Häuser hinter zwei Zeitungen, die über Jahrzehnte politische Gegenpole vertraten. Der von der rdv herausgegebene «Rheintaler» war das Blatt der freisinnig-liberalen Kräfte im Tal, die «Volkszeitung» der rva die Zeitung der Katholisch-Konservativen, deren Partei seit Anfang der 1970er-Jahre als CVP auftritt.

So mancher ältere parteipolitisch Engagierte erinnert sich noch gut, wie in den Zeitungen auf die jeweilige Gegenpartei geschossen wurde, vor allem als die «Volkszeitung» von Eugen Rohner und der «Rheintaler» von Hans Müller geprägt wurden. «In der Zeitung konnten die beiden ausgezeichnet streiten und austeilen», sagt Paul Thür, CVPler und letzter Verwaltungsratspräsident der rva. Auf persönlicher Ebene hätten sie aber keine Probleme miteinander gehabt. Im Gegenteil: «Sie trafen sich gerne in der Schenke zu den <Drei Königen>, um brissagorauchend über Gott und die Welt zu diskutieren», erzählt Thür.

Zuweilen mögen die Zeitungen sogar am selben Strick gezogen haben. Der frühere FDPler Guy Jenny denkt, dass dies so gewesen sein mag, als bei den Altstätter Gemeinderatswahlen von 1975 Niklaus Rüegger gegen den amtierenden Gemeindammann Anton Stadler antrat und dann auch gewählt wurde. «Brennpunkt war denn auch vor allem Altstätten», stellt Paul Thür fest. Zuweilen habe es auch über Oberriet viel zu schreiben gegeben, wo plötzlich die FDP erstarkte – weniger als Ausdruck einer liberalen Bewegung, sondern als Opposition zur dominierenden CVP. Weil sich das Einzugsgebiet der «Volkszeitung» in jenen Jahren aber aufs Oberrheintal beschränkte, nahm man sie bereits in Balgach kaum mehr wahr, erinnert sich alt Gemeindepräsident und FDP-Regierungsrat Burkhard Vetsch. Dort war der «Rheintaler Volksfreund» die katholische Stimme, die dann in der «Ostschweiz» aufging.

Zwischen den Zeitungen lag lange Zeit nicht nur eine politische, sondern auch eine konfessionelle Demarkationslinie. Der «Rheintaler» war die Zeitung der Reformierten, die «Volkszeitung» jene der Katholiken. «Es wäre undenkbar gewesen, dass in der katholischen <Volkszeitung> etwas über den evangelischen Mütterverein steht», erinnert sich alt Lehrer und CVPler Selin Loher.

Dies ist schon seit einigen Jahren nicht mehr so. Sowohl in der «Volkszeitung» als auch im «Rheintaler» finden beide Konfessionen und alle Parteien eine Plattform. Auch die Fusion von rva und rdv hat einen versöhnlichen Charakter: Es schluckt nicht eines der Unternehmen das andere, sondern rdv und rva vereinigen sich in einer sogenannten Kombinationsfusion: Ihre neue Firma Rheintal Medien AG gründen sie gemeinsam.

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