Verregnete Brutsaison

Das kühle und regnerische Wetter in diesem Frühjahr machte auch den Schleiereulen und Turmfalken im St. Galler Rheintal zu schaffen.

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Ein Turmfalken-Nestling bei der Beringung. Sie hilft, das Verhalten wild lebender Vögel zu untersuchen. (Bild: pd)

Ein Turmfalken-Nestling bei der Beringung. Sie hilft, das Verhalten wild lebender Vögel zu untersuchen. (Bild: pd)

RHEINTAL. Seit 2007 setzt der Verein Pro Riet Rheintal ein Förderungsprojekt für Schleiereulen und Turmfalken um. Die Projektumsetzung erfolgt gemeinsam mit der Schweizerischen Vogelwarte Sempach und Landwirten aus der Region. Dazu gehört der Unterhalt von 163 Spezialnistkästen zwischen Au und Oberriet, die vorwiegend bei Landwirtschaftsbetrieben in der Talebene montiert sind.

Wetter setzte den Vögeln zu

Seit Projektbeginn werden die Nistkästen jährlich auf Bruten von Schleiereule und Turmfalke kontrolliert und die Nestlinge der Zielarten beringt.

Das nasskalte Wetter im Mai und Juni hat dem Turmfalken in diesem Jahr zugesetzt. Bei vielen Bruten waren Ausfälle zu beklagen, und einige Gelege wurden gar noch vor dem Schlüpfen verlassen. Auch die mit Webkameras ausgerüsteten Nistkästen waren von Ausfällen betroffen.

Trotz schlechtem Wetter dokumentierten die Kameras den Verlauf von vier erfolgreichen Turmfalken-Bruten vom Schlüpfen der Jungvögel bis zum Ausfliegen der Nestlinge. Zurzeit kann auf www.pro-riet.ch gerade noch das Ausfliegen einer späten Turmfalkenbrut auf dem Hof Dameshäuser in Altstätten beobachtet werden.

Einige Spätbruten des Turmfalken sind derzeit noch im Gang, beispielsweise bei der Schollenmühle in Altstätten. Spätbruten, deren Nestlinge nach der Schlechtwetterperiode geschlüpft sind, dürften dieses Jahr im Vorteil sein.

Schleiereule brütet wieder

Erfreuliches gibt es von der Schleiereule zu berichten. Nach einem Jahr Pause brütet sie wieder im Projektgebiet. Die Altvögel haben einen Nistkasten in einem abgelegenen Stallgebäude auf Marbacher Gemeindegebiet als Brutort ausgesucht. Zudem ist ein Brutversuch in Balgach zu verzeichnen. Das dortige Gelege wurde aber von einem Marder zerstört. Weil Schleiereulen ihrem Nistplatz in der Regel treu bleiben, darf auf weitere Bruten in den kommenden Jahren gehofft werden. (pd)