VERNISSAGE: «Vo gschiide ond tomme Lüüt»

Zum zehnten Mal mischt Peter Eggenberger Humor, Spannung und bodennahe Sprache. Entstanden ist das Jubiläumsbüchlein mit Geschichten im Kurzenberger Dialekt.

Isabelle Kürsteiner
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Das neue Mundartbuch von Peter Eggenberger (rechts) wurde von Werner Meier-Hartmann illustriert. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Das neue Mundartbuch von Peter Eggenberger (rechts) wurde von Werner Meier-Hartmann illustriert. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Isabelle Kürsteiner

Sein Gesicht ist übersät von Lachfältchen. Trotzdem war es ihm wohl nicht immer zum Lachen. Damals in der Fremdenlegion. Doch heute, als freier Publizist und ausgewiesener Autor, schon eher. Besonders wenn die Zu­hörer mit Ausrufen wie «Dä kenni» oder «isch mer o scho passiert» auf seine Kurzgeschichten ­reagieren. So geschehen an der ­Vernissage in Wolfhalden. Guter Beobachter, faszinierender Beschreiber, akribischer Arbeiter sind weitere Eigenschaften. Die Rede ist von Peter Eggenberger. Dem in Walzenhausen aufgewachsenen Wolfhaldener. Dem Appenzeller, der den Witz und den Humor wie kein Zweiter aufs Blatt bringt. Der das Schreiben sein Lebenselixier nennt.

Wiederum ist es Eggenberger in seinem Jubiläumsbüchlein, dem zehnten, gelungen, rund um reelle Personen oder aktuelle Begebenheiten spannende Geschichten zu schreiben, ihnen jedoch ihren ureigenen Charakter zu belassen, sie aber facettenreich darzustellen.

Auch wenn der Titel «Vo gschiide ond tomme Lüüt» provoziert, er geht liebevoll mit seinen Figuren und dem Publikum bei seinen Lesungen um.

Zusammenarbeit mit bekannten Zeichnern

Die Geschichten alleine sind einfach zum Geniessen. Sie werden in ihrer Wirkung verstärkt durch die Zeichnungen. Begonnen hat Peter Eggenberger in den Achtzigerjahren mit Zeichnungen von Kurt Metzler, dem St. Margrether Künstler und ehemaligen Zeichenlehrer an der Kantonsschule Heerbrugg. Nach seinem Tod übernahm Textilentwerfer Ernst Bänziger aus Bühler den Part der bildlichen Darstellung. Nach seinem altersmässigen Rücktritt vom Illustrieren haben Peter Eggenbergers Geschichten wiederum ein ganz eigenes Gesicht bekommen. Es ist das des bekannten Grafikers und Werklehrers an den Schulen für Gestaltung in St. Gallen und Zürich sowie Lehrers für Bildnerische Gestaltung an der Kantonsschule Trogen, Werner Meier-Hartmann. Er beherrscht wie kein Zweiter die bildliche Gestaltung der Kurzgeschichten. Somit ist die Lektüre von «Vo gschiide ond tomme Lüüt» mit seinen 34 vergnüglichen Kurzgeschichten in urchigem Kurzenberger Dialekt zusammen mit den Illustrationen gleich ein zweifaches Vergnügen. An der Buchpremiere vom Sonntag im Landgasthof Krone in Wolfhalden hingen die Zuhörer an den Lippen des Autors, wenn er von den Sorgen eines Störschneiders oder dem Galgenhumor von Verurteilten erzählte.

Ja, und immer wieder waren neben dem Schmunzeln und Amüsieren, ja manchmal spontan lautem Lachen, Ausrufe in Kurzenberger Dialekt wie «hm, da kenni o» oder «au, da hani selber o scho erlebt» zu hören. Somit ist das Ziel von Peter Eggenberger vollauf gelungen. «D’ Leserschaft ka si mit de Gschichte identifiziere», und er hat wiederum etwas dazugetan, dass der Kurzenberger Dialekt, die Sprache des Appenzellerlandes über Bodensee und Rheintal, nicht vergessen wird.

In Erinnerung bleiben beispielsweise die Schlunggi Joggeli und Hanessli, die Walzenhauser Regierungsräte, Polizist Martin Eugster-Bänziger oder Emil Berweger. Nicht fehlen dürfen natürlich Gust und Mari oder Berta und Köbi. Dank Eggenbergers Einsatz werden sie nie in Vergessenheit geraten.

Gute Werbung für Wolfhalden

Auch Gemeindepräsident Gino Pauletti freute sich über die gute Werbung für seine Gemeinde und das Appenzellerland, die Peter Eggenberger mit seinen Geschichten in der ganzen Schweiz macht. Stehen doch meist die Vorderländer Gemeinden im Zentrum der Geschichten. Hier fügte Peter Eggenberger allerdings an, dass einige auch im Ausland spielten.

Buchhinweis «Vo gschiide ond tomme Lüüt», 34 vergnügliche Kurzgeschichten im urchigen Kurzenberger Dialekt von Peter Eggenberger, illustriert von Werner Meier-Hartmann, 127 Seiten, Appenzeller Verlag