«Verliert euer Herz an Altstätten»

Gut 60 Zuzüger liessen sich am Freitagabend über ihren neuen Wohnort informieren. Zu erfahren war bei einer Museumsführung und einem Rundgang durch die Stadt viel Wissenswertes.

René Jann
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Wolfgang Kessler, Präsident des Verkehrsvereins Altstätten, hiess die rund 60 Zugezogenen im kleinen Festzelt willkommen. (Bild: René Jann)

Wolfgang Kessler, Präsident des Verkehrsvereins Altstätten, hiess die rund 60 Zugezogenen im kleinen Festzelt willkommen. (Bild: René Jann)

Im vorsorglich überdachten Garten des Museums Schloss Prest­egg gab Verkehrsvereinspräsident Wolfgang Kessler den Neualtstättern zu verstehen, dass die Oberrheintaler Metropole mehr als nur ein Wohn- und Einkaufsort, sondern vor allem auch ein attraktiver Begegnungsort sei; man kenne sich, schätze und achte einander. Das A und O liege darin, dass man in den Gassen und heimeligen Restaurants auf sich zugehe.

Über 130 Vereine und Organisationen böten Gelegenheit zu persönlichen Kontakten. So gab Kessler auch einen Überblick über das gerade aktuelle Veranstaltungsprogramm. Er sei sich dessen sicher, dass sich alle an ihrem neu gewählten Wohnort bald wohlfühlen werden. Dass dem so ist, bestätigte Pastoralassistent Peter Legnowski als Vertreter des katholischen Seelsorgeteams sogleich: «Ich selbst bin noch in keiner Stadt so offen empfangen worden wie hier.»

Mehr als 900 Zuzüger

Stadtpräsident Ruedi Mattle freute sich darüber, dass er in den vergangenen zwölf Monaten über 900 Neualtstätter mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren habe begrüssen dürfen. 90 Prozent von ihnen kämen aus dem deutschsprachigen Raum. Er hoffe, dass sie sich alle in Altstätten auch bald einlebten und sich wohlfühlen. Die Altstätter seien nämlich kein zerstrittenes Volk, sondern sie würden vielmehr mit Herzblut um die beste Lösung kämpfen. Dies führe zuweilen zu neuen Ideen und öffne dann wiederum neue Perspektiven. Den Neuen in der Stadt riet er: «Verliert Euer Herz an Altstätten.» Deren Bevölkerung – mittlerweile sind es über 11000 Einwohnerinnen und Einwohner – sei es, die ihrer Stadt Identität gebe und sie nachhaltig präge.

«Gebt uns eine Chance»

Pfarrer Marcel Ammann von der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde hinterfragte die Austritte aus den beiden Landeskirchen und suchte nach Antworten. Dabei bekannte er: «Wir wollen aufrechte Leute haben, die zu ihrem christlichen Glauben stehen. Auf sie sind wir auch in Zukunft angewiesen.» Dem vielfach angegebenen Sparargument hielt er entgegen, dass beide Landeskirchen immer wieder solidarisch Menschen in Not helfen und bat die Zuzüger: «Gebt uns doch eine Chance.»

Bei der Museumsführung, die Kurator Marcel Zünd, Werner Ritter und Stefan Hildebrand leiteten, sowie bei der Städtliführung durch Georges Klaiber konnten die Zugezogenen viel über Altstätten erfahren, das 1298 das Stadtrecht erhalten und 1567 einem verheerenden Brand anheim gefallen war. Interessant war auch zu erfahren, dass Altstätten gemäss Stadtsiegel einst eine Reichsstadt des Römisch-Deutschen Reichs war und noch bis vor 400 Jahren allabendlich von einem Nachtwächter bewacht wurde.

Bei Wurst und Brot zusammengesessen

Bei Kerzenschein genossen die Teilnehmenden anschliessend einen Imbiss mit Wurst, Brot und Getränken aus der hiesigen Umgebung. Der Präsident des Verkehrsvereins, Wolfgang Kessler , bedankte sich bei allen freiwil­ligen Helfern und überreichte den Zuzügern den obligaten Bon für den Bezug eines Altstätter Schirms. Damit ging für viele der erste erlebnisreiche Abend in der neuen Heimat zu Ende.