Vereinigt gegen schlechte Gerüche oder wie es zum Bau der ARA Rosenbergsau gekommen ist

1970 wurde der Grundstein des seinerzeit grössten Gemeinschaftswerkes der Region gelegt – der ARA Rosenbergsau.

Benjamin Schmid
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Ende Juli 1970 starteten die Bauarbeiten der ARA Rosenbergsau. 17'000 Kubikmeter Erdmaterial mussten ausgehoben werden, bevor der Baugrund mittels eines sogenannten Kiesrüttelverfahrens verdichtet wurde.

Ende Juli 1970 starteten die Bauarbeiten der ARA Rosenbergsau. 17'000 Kubikmeter Erdmaterial mussten ausgehoben werden, bevor der Baugrund mittels eines sogenannten Kiesrüttelverfahrens verdichtet wurde.

Bild: pd

Am Montag, 27. Juli 1970, kündete das Gebrüll der Traxmotoren, das Quietschen der Baggerseile und das geduldige Gebrumm der Lastwagen davon, dass in der Rosenbergsau mit den Vorarbeiten für den Bau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) begonnen wurde. Während die Erstellung der zahlreichen Sammelkanäle und Pumpstationen zum Teil schon abgeschlossen war, wurden ab August 1970 die Arbeiten für die eigentliche Kläranlage in Angriff genommen. Sie bildet seither die Auffangzentrale für sämtliche Abwässer der Gemeinden Au, Berneck, Widnau, Balgach, Rebstein und Marbach, die sich für die Verwirklichung des grössten Rheintaler Gemeinschaftswerkes zu einem Zweckverband zusammengeschlossen haben.

Gemeinsame Kläranlage ist kostengünstiger

Planungen für regionale Lösungen reichen bis in das Jahr 1956 zurück. Der Bahnparallelgraben, der schlechte Gerüchte verbreitet hatte, gab Anlass zur Einberufung einer ersten Sitzung der Gemeinden Au, Balgach und Widnau. Berneck und Rebstein stiessen zum Verband – und bereits 1958 konnte ein Rahmenprogramm genehmigt werden. Zwei Jahre später wurde einem Kredit für die Ausarbeitung eines generellen Projektes zugestimmt. Nachdem 1963 Bund und Kanton ihre Zustimmung für Subventionen erteilt hatten, stimmten die Bürgerschaften der Gründung eines Zweckverbandes zu.

Im März 1967 wurde das allgemeine Bauprojekt mit detail­liertem Kostenvoranschlag dem Zweckverband abgeliefert. Auf die dringende Empfehlung des Baudepartementes hin erklärte sich die Gemeinde Marbach ebenfalls bereit, beizutreten. Die Gemeinden waren sich bewusst, dass die Bau- und Betriebskosten für eine gemeinsame Grossanlage günstiger sein würden als bei Einzelanlagen.

Ortsgemeinden bieten zwei Hektaren Land an

Im Dezember 1968 hatten sämtliche Gemeinden die Notwendigkeit der Abwassersanierung anerkannt und den Baukredit erteilt. Von den Ortsgemeinden des Einzugsgebietes wurden für die Abwasserreinigungsanlage zwei Hektaren Land unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Im August 1970 wurde mit der Baugrundkonsolidierung begonnen, kurz darauf starteten die Bauarbeiten für das Hauptpumpwerk. Der Baubeginn der Abwasserreinigungsanlage erfolgte im Mai 1971. Die Inbe­triebnahme der 50 Millionen teuren ARA Rosenbergsau erfolgte in zwei Schritten. Im September 1973 nahmen die mechanische Stufe und die Faulanlage ihren Betrieb auf, die biologische Stufe folgte im August 1974. Über die Jahre wurden verschiedene weitere Sanierungs- und Erweiterungsphasen verwirklicht.