Vereine sind für Progy-Ausbau

Jetzt reden die grossen Vereine Rebsteins mit einer Stimme. Sie haben die IG ProProgy gegründet. Ihr Sprecher Jürg Litscher sagt: «Wir stehen geschlossen hinter dem Progy-Ausbauprojekt.»

Gert Bruderer
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Jürg Litscher: «Wichtiges Projekt.» (Bild: gb)

Jürg Litscher: «Wichtiges Projekt.» (Bild: gb)

REBSTEIN. Im Dorf ist es umstritten. Eine vorrangige Frage lautet: Brauchen die Vereine einen Mehrzweckraum für 200 Personen? Dass die Vereine zunächst nicht gemeinsam auftraten und das Projekt nicht von Anfang an nach klaren gemeinsamen Vorstellungen entwickelt wurde, begünstigte eine gewisse Skepsis im Dorf. An der Bürgerversammlung im April blieb die erhoffte Zustimmung aus. Eine klare Mehrheit verwies das Projekt an die Urne.

Jürg Litscher, Ehrenmitglied und ehemaliger Präsident des Turnvereins, sagt als Sprecher der IG ProProgy selbstkritisch: «Wir hätten schon vor der Bürgerversammlung aktiver sein sollen.» Das Versäumte wird nun nachgeholt. Das Projekt, über das am 14. Juni abgestimmt wird, bringe die Bedürfnisse der Vereine unter einen Hut, sagt Litscher.

Bauen, abbrechen, bauen

Bei grösseren Anlässen sind die Vereine gefordert. Vor jedem Unterhaltungsabend ist der Geräteraum zu leeren, die «Burgtätscher» müssen für ihre Tätschernacht jedes Mal bauen, auch der Regieraum über der Progyküche ist jedes Mal neu zu errichten, Licht und Ton werden jeweils gemietet, die Küche ist klein. Zwar hätten sich die bald 30-jährige Halle und Bühne bewährt, aber die Infrastruktur sei nicht zeitgemäss, sagt Jürg Litscher.

Vielseitig nutzbarer Raum

Projektgegnern kam bisher entgegen, dass die Befürworter des Progy-Ausbaus zunächst nicht mit einer Stimme aufgetreten waren. Inzwischen sei das Projekt aber ganz auf die Bedürfnisse der einzelnen Vereine abgestimmt, sagt Litscher. So sei der Mehrzweckraum auch eine gute Ausweichmöglichkeit, wann immer die Mehrzweckhalle besetzt sei. Der Raum lasse sich für vieles nutzen. Gemeint sind etwa Festveranstaltungen, Tanzanlässe, Teamaerobic, Fussball-Hallentraining, Yoga, Turnen (ohne Geräte), Versammlungen, Vorträge oder Elternabende.

Das Argument von Gegnern, Rebstein habe mit den Sälen im ri.nova, in der «Traube» und im «Rebstock» schon genug grössere Räume, lässt Litscher nicht gelten. Er sagt: «Wird im Zusammenhang mit einer Veranstaltung im Progy zusätzlicher Platz benötigt, nützen externe Räume ja nichts.» Die mögliche Unterteilung des Mehrzweckraumes lasse bei Bedarf auch die gleichzeitige Nutzung für verschiedene Anlässe zu.

Diese Woche hat die Gemeinde die Abstimmungsunterlagen verschickt. Zum beantragten Progy-Ausbau gehören ausser dem Mehrzweckraum eine neue grössere Küche, eine gedeckte Anlieferung für die Küche, ein vergrössertes Foyer, zusätzliche WC-Anlagen, ein Regieraum für die bestehende Mehrzweckhalle und ein Technikraum. Die Anlagekosten für den Erweiterungsbau sind mit knapp 4,14 Mio. Franken beziffert, die Sanierung kostet fast eine halbe Million Franken, so dass ein Kredit von knapp 4,624 Mio. Franken beantragt wird.

Plus drei Steuerprozent

Wird das Progy erneuert und erweitert, ist mit drei zusätzlichen Steuerprozenten zu rechnen. Die IG ProProgy sagt auf ihrem Flyer, der nächste Woche in alle Haushaltungen verteilt wird, was das heisst: Bei einem steuerbaren Einkommen von 50 000 Franken wären die Steuern pro Jahr um etwa 80 Franken höher.

IG mit allen grossen Vereinen

In der Interessengemeinschaft ProProgy haben sich Turnverein, Musikverein, Männerchor, Fussballclub und «Burgtätscher» zusammengeschlossen. Ausserdem unterstützen der Vorstand des Gewerbevereins sowie der Vorstand der CVP-Ortspartei die Erneuerung und die Erweiterung der Progy-Mehrzweckhalle.

Der vordere Teil mit Küche, Foyer und Mehrzweckraum soll neu entstehen. (Bild: pd)

Der vordere Teil mit Küche, Foyer und Mehrzweckraum soll neu entstehen. (Bild: pd)

Auf dieser Seite soll die Progy-Mehrzweckhalle einen Anbau für gut vier Millionen Franken erhalten. (Bild: Gert Bruderer)

Auf dieser Seite soll die Progy-Mehrzweckhalle einen Anbau für gut vier Millionen Franken erhalten. (Bild: Gert Bruderer)