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Verantwortung statt Druck: Im Mittelrheintal soll eine Privatschule eröffnet werden

Manuela und Lukas Bischof wollen 2020 im Mittelrheintal eine Privatschule eröffnen, in der die Kinder frei lernen. Noch fehlen Bewilligungen, Lehrpersonen und Räume, doch die Idee konkretisiert sich.
Benjamin Schmid
Wollen eine eigene Schule führen: Lukas und Manuela Bischof. (Bild: Farwallah)

Wollen eine eigene Schule führen: Lukas und Manuela Bischof. (Bild: Farwallah)

Nicht erst seit Pisa und anderen Bildungsstudien steigt das Inte­resse an Privatschulen. Zunehmend wenden sich Familien vom Regelschulsystem ab, um ihren Schützlingen eine möglichst gute und individuelle Ausbildung zu gewährleisten.

«Die Idee ist über die Jahre gereift», sagt Manuela Bischof, «nun ist die Zeit gekommen, im Mittelrheintal eine frei lernend orientierte Schule zu verwirklichen.» Zusammen mit ihrem Mann sucht die Heerbruggerin geeignete Räumen in der Umgebung. «Ideal wäre ein Haus mit viel Umschwung und grossen Räumen, die als Küche, Werkstatt und Lernoase genutzt werden können», sagt Lukas Bischof.

Kindern eine vielseitige Lernumgebung anbieten

Für den Start braucht das Ehepaar mindestens sechs Schüler – idealerweise alle im Vorschulalter. Ihre Schule, die der Montessori-Pädagogik nahesteht, will weg vom angeleiteten Lernen hin zum spielerischen Üben. «Wir sind keine Konkurrenz zur Volksschule, jedoch eine Alternative für Familien, die bewusst unterwegs sind wie wir», sagt Manuela Bischof und ergänzt: «In unsere Schule kommen die Kinder, weil ihre Eltern sich wünschen, dass sie ganzheitlich und individuell gesehen werden.»

Ziel sei es, den Kindern ein Umfeld zu geben, in dem sie selbstständig und aus eigenem Antrieb Erfahrungen sammeln und lernen können. «Wir wollen den Kindern eine vielseitige Lernumgebung anbieten. Die Kinder werden dabei unterstützt, ihre Arbeit selbst zu tun», sagt Lukas Bischof. Die Lehrkräfte begleiten die Schüler, die in offenem Unterricht möglichst individuell und frei handeln.

Keinen Frontalunterricht und keine Noten

Ansätze für neue Schulen gibt es viele. Da wären die kirchlichen Schulen, die christliche Werte in die Erziehung einbinden, Ganztagesschulen, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen wollen, oder bilinguale Schulen, die zweisprachigen Unterricht anbieten. Weiter gibt es internationale Schulen, die nach weltweit gültigen Standards unterrichten, Waldorfschulen oder Rudolf-Steiner-Schulen, bei denen die individuelle Förderung des Kindes im Vordergrund steht, und Montessorischulen. Im Zentrum der Montessoripädagogik stehen die Bedürfnisse, Talente und Begabungen der Kinder.

«Mit Respekt und Achtung unterstützt und begleitet, soll den Kindern die Freude am Lernen zu einer sich selbst wahrnehmenden und bewussten Persönlichkeit verhelfen», sagt Manuela Bischof. Jedes Kind lernt daher in seinem eigenen Tempo und Rhythmus.

Statt auf Frontalunterricht, setzt das Ehepaar auf Freiarbeit. Statt Schulnoten gibt es regelmässige Einschätzungsgesprä­-che und statt starr vorgegebener Stundenpläne haben die Kinder gleitende Unterrichtszeiten.

Die Schule als ein Ort der Muse

Ihre Idee ist nicht neu. Auch leisten die Bischofs keine Pionierarbeit in der Schulpädagogik. Aber sie treffen den Nerv der Zeit. Privatschulen boomen. Besonders im städtischen Umfeld schiessen sie wie Pilze aus dem Boden. Die überwiegende Mehrheit der Kinder besucht zwar die Volksschule, aber längst nicht mehr nur wohlhabende Eltern schicken ihre Kinder an Privatschulen.

«Die Schule ist nicht mehr nur ein Ort, um fachkompetente Staatsbürger zu erziehen, sondern ein Ort der Muse», sagt Manuela Bischof. Es gehe darum, nicht nur schulische Fähigkeiten auszubilden und wirtschaftsnahe Fertigkeiten zu erlangen, sondern aus eigenen Erfahrungen zu lernen und gemeinsam Lösungen zu finden. Mit viel Kreativität und Eigeninitiative wird gegenseitiger Respekt in der Gemeinschaft gefördert.

Dass diese Freiheiten auch gewisse Risiken bergen, sehen die Bischofs gelassen: «Wenn die Kinder aus eigenem Antrieb etwas lernen wollen, dann machen sie dies nachhaltig und mit Leichtigkeit», sagt Lukas Bischof. Obschon ihre Herzen für eine Schule schlagen, an der die Kinder frei lernen, sind für sie Pflichten und Regeln ebenso wichtig. Denn auch sie und ihre Lehrpersonen müssen sich an den Lehrplan des Kantons St. Gallen halten. Die Lernziele werden abgehakt, wenn das Kind so weit ist. «Für uns steht im Vordergrund, wie die Kinder ihre Ziele erreichen und nicht wann», sagt Manuela Bischof.

Hinweis

Weitere Informationen unter:

www.fortunaschule.ch

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