Veni, vidi, Vize

In Altstätten ist das Vizepräsidium ein beliebter Ausgangspunkt für Gezänk. 2009 wurde der damalige Stadtrat (und heutige Bauernpräsident und Nationalrat) Markus Ritter (CVP) als Vize abgesetzt, dann warf der damalige Stadtrat Armin Eugster (SVP) als Vizepräsident den Bettel hin.

Gert Bruderer
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In Altstätten ist das Vizepräsidium ein beliebter Ausgangspunkt für Gezänk. 2009 wurde der damalige Stadtrat (und heutige Bauernpräsident und Nationalrat) Markus Ritter (CVP) als Vize abgesetzt, dann warf der damalige Stadtrat Armin Eugster (SVP) als Vizepräsident den Bettel hin.

Jetzt gerade ist das Amt hingegen so begehrt, dass der Altstätter Stadtrat Andreas Broger (CVP) «Veni, vidi, Vize!» ausrufen könnte – in Anlehnung an Cäsars berühmtes «Veni, vidi, vici» (ich kam, sah und siegte). Broger wurde neben Reto Walser (FDP) zum zweiten Vizepräsidenten des Altstätter Stadtrats ernannt, was «a plus» sauer aufstösst; «a plus» findet, ihr amtsältestes Stadtratsmitglied Ruedi Dörig wäre Broger vorzuziehen gewesen.

Welches Kriterium soll denn entscheiden, wer als Vizepräsident amtiert? Die Stärke der Parteien im Stadtrat? Das persönliche Wahlresultat der Gewählten? Das Dienstalter? Die Qualifikation? (Der Katalog wäre beliebig verlängerbar, eine verbindliche Regelung gibt es nicht.)

Uns Aussenstehenden bleibt rätselhaft, was den Stadtrat als Siebnergremium bewogen hat, nicht Dörig, sondern Broger ins Amt des zweiten Vizepräsidenten zu hieven. Aber stärker wundern kann uns etwas anderes: Dass Dörigs Nichtwahl nicht sein Glücksgefühl zur Folge hat.