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Vater und Sohn Tomas im gleichen Team

Der FC Rüthi besiegt Besa 3:2 und bleibt in der Spitzengruppe. In der zweiten Halbzeit spielt das Team von Trainer Anto Tomas schwach. Er erlebt bange Momente. Derweil verhindert sein Sohn Matej in der Abwehr zusammen mit seinen Kollegen Schlimmeres.
Beni Bruggmann
Beim Drittliga-Spitzenclub FC Rüthi ist Anto Tomas (links) nicht zum ersten Mal Trainer von seinem Sohn Matej. (Bild: Beni Bruggmann)

Beim Drittliga-Spitzenclub FC Rüthi ist Anto Tomas (links) nicht zum ersten Mal Trainer von seinem Sohn Matej. (Bild: Beni Bruggmann)

«Ziel kann nur der Aufstieg sein», sagt der Trainer kurz nach dem Abpfiff, «wir müssen ihn unbedingt anstreben.» Eine halbe Stunde später, im zweiten Gespräch, sagt der Sohn dasselbe: «Mein persönliches Ziel ist der Aufstieg. Aber ich weiss: Die Aufgabe ist nicht einfach.» Das Spiel gegen Besa hat gezeigt: Wenn Rüthi so spielt wie in der ersten Halbzeit, dann darf man den Aufstieg durchaus wagen. Wenn man allerdings die Darbietung in den zweiten 45 Minuten zum Massstab nimmt, muss man sagen: Es wird dem FCR in der nächs­- ten Saison genauso gehen wie es diesmal Diepoldsau ergangen ist.

In der zweiten Hälfte gleicht Besa mit einem Mann weniger vom 0:2 zum 2:2 aus und ist drauf und dran, das Spiel zu gewinnen. Anto Tomas auf der Trainerbank ist am Verzweifeln. Er wird immer unruhiger und schimpft immer lauter. Die Übersicht verliert er deswegen nicht. Durch Spielerwechsel versucht er neue Impulse zu geben. Es ist Glück für das Heimteam, dass die Gäste zu ungestüm stürmen – und ausgekontert werden. Bernhard Allgäuer erlöst Rüthi und seinen Trainer mit dem späten Siegtor.

Anto Tomas hat bis ins hohe Alter gespielt

Trainer Anto Tomas, heute 53-jährig, ist in Bosnien aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat dort die Matura gemacht – und natürlich Fussball gespielt. Als Profi hat er es bis in die zweithöchste Liga gebracht.

Im Alter von 23 Jahren kommt er nach Götzis und spielt natürlich weiter Fussball, und zwar bis ins hohe Alter: «Genau an meinem 40. Geburtstag habe ich meine Spielerkarriere beendet.»

Matej Tomas ist auf dem Platz seinem Vater ähnlich

Anto Tomas war ein Vereins-Wandervogel. Bei Widnau zum Beispiel gehörte er um die Jahrtausendwende während sechs Jahren zur ersten Mannschaft. Er weiss noch genau, wie damals gespielt wurde: «Ich war Libero, hatte das ganze Spiel vor mir.» Mit gutem Auge und Routine war er das, was man damals als «Turm in der Schlacht» bezeichnete. Das hat auch mit seiner Grösse von 1,89 Metern zu tun.

Wer jetzt, 20 Jahre später, dem FC Rüthi zuschaut, sieht den Libero von damals wieder. Sohn Matej, mit 1,93 Metern noch eine Spur grösser als sein Vater, spielt in der Innenverteidigung, ist (natürlich!) kopfball- und zweikampfstark und hat gute Übersicht. «Ich darf das Leibchen mit der Nummer 5 tragen wie mein Vater», sagt der 26-Jährige nicht ohne Stolz. Erst im Alter von 13 Jahren tritt er dem FC Götzis bei. «Aber mit meinen Kameraden habe ich vorher täglich gespielt», sagt er. Letztlich hat er es mit Altach bis in die dritthöchste Liga, die Regionalliga, gebracht. Eine schwere Verletzung zwingt ihn später zu anderthalb Jahren Pause. Er denkt nicht gern an diese Zeit zurück, auch deshalb nicht, weil er zehn Kilogramm zugenommen hat.

Nun sind also Vater und Sohn – nicht das erste Mal – im gleichen Team vereint. «Wenn der Vater Trainer ist, muss du besser als gut sein», sagt Matej, «er ist streng mit mir. Aber», fügt er lachend bei, «damit kann ich gut umgehen.» Der Vater bezeichnet seinen Sohn als manchmal etwas bequem: «Er braucht gelegentlich einen deutlichen Wink.» Die beiden achten sich. «Es gibt nichts Schöneres, als seinen Jungen glücklich aufwachsen zu sehen», sagt der Vater, und der Sohn meint: «Ich bin stolz auf meinen Vater. Es ist nicht leicht, in seine Fussstapfen zu treten.»

Fussball gehört zur Familie Tomas. Auch Matejs jüngerer Bruder Luca hat Fussball gespielt. Der Vater und die beiden Söhne haben oft so intensiv und hitzig über ihren Lieblingssport diskutiert, dass Frau Tomas eingreifen musste: «Jetzt ist Schluss mit Fussball-Diskussionen!»

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