Vater drohte nach Ultimatum

Gegen den Vater, der in Grabs mutmasslich seine Töchter getötet hat, lief ein Verfahren wegen sexueller Nötigung. Die Mutter soll ihm deshalb den Kontakt zu den Kindern verboten haben.

Nina Ladina Kurz
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GRABS. Der Vater, der vergangenen Sonntag mutmasslich seine beiden Töchter getötet und anschliessend das Auto in Brand gesetzt hat, war der Staatsanwaltschaft St. Gallen bekannt. Gegen den 44-Jährigen lief ein Strafverfahren wegen sexueller Nötigung. Natalie Häusler, Mediensprecherin der St. Galler Staatsanwaltschaft, bestätigt eine entsprechende Meldung von Tele Züri: «Der Mann wurde beschuldigt, an der Autobahnraststätte Rheintal mehrere Frauen sexuell genötigt zu haben.» Der 44-Jährige hatte die Frauen auf dem Weg zur Toilette angesprochen. Dann lockte er sie in eine Ecke und fasste sie intim an. Vier Fälle kamen zur Anzeige; nach einem öffentlichen Aufruf der Kantonspolizei St. Gallen Anfang August kamen zwei weitere dazu. «Da der Beschuldigte verstorben ist, wird das Verfahren voraussichtlich eingestellt», sagt Häusler. Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Strafverfahren und dem Delikt vom Sonntag gebe es nicht. Wie die Grosstante der ermordeten Kinder jedoch gegenüber Tele Züri sagte, seien die Vorwürfe entscheidend gewesen für die endgültige Trennung der Eheleute. Die 34-jährige Mutter habe dem Vater vor einem Monat aufgrund der Vorwürfe den Kontakt zu den Kindern verboten. Dieser soll laut Grosstante darauf geantwortet haben: «Wenn Du mir das Liebste wegnimmst, sollst Du es auch nicht haben.» Auch habe die Ehefrau ein Ultimatum gestellt: Bis vergangenen Montag hätte der Familienvater das gemeinsame Haus in Widnau verlassen sollen. Die Frau wohnte vorübergehend mit den Kindern bei ihrer Mutter.

Am Sonntag holte der Vater die Mädchen unerlaubterweise bei Verwandten ab und fuhr mit ihnen aufs Simmibödeli oberhalb von Grabs. Wie die Mädchen, zwei- und fünfjährig, zu Tode gekommen seien, sei ebenso noch unklar wie der genaue Tathergang, sagt Natalie Häusler. «Die Leichen werden zurzeit untersucht.»