US-Notenbank versetzt den Goldmarkt in eine Schockstarre

Schon seit Monaten schwört die US-Notenbank die Finanzmärkte auf ein Ende des billigen Geldes ein.

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Schon seit Monaten schwört die US-Notenbank die Finanzmärkte auf ein Ende des billigen Geldes ein. Doch so deutliche Worte wie vergangene Woche fand Notenbank-Präsident Ben Bernanke noch nie: Sobald die Arbeitslosenquote auf sieben Prozent zurückgefallen sei, werde man das Rückkaufprogramm für amerikanische Staatsanleihen und verbriefte Hypotheken drosseln. Das sei voraussichtlich schon gegen Ende Jahr der Fall, so liess Bernanke die Märkte wissen.

Edelmetall rutscht

Die Reaktion auf die Rede des Notenbank-Präsidenten liess nicht lange auf sich warten. An den Rohstoffmärkten und insbesondere an den Edelmetallmärkten führte die Angst vor einem geldpolitischen Kurswechsel bei der US-Notenbank zu einer Schockstarre.

Und obschon das Gold bereits in den Wochen zuvor einen schweren Stand hatte, geriet das Edelmetall noch einmal ins Rutschen. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall rund einen Viertel an Wert eingebüsst.

Unter der lockeren Zins- und Geldpolitik der US-Notenbank entbrannte zwischen den führenden Wirtschaftsnationen über die letzten Jahre ein regelrechter Abwertungswettlauf. Diese Länder versuchten mit allen Mitteln ihre eigene Währung zu schwächen, um sich im internationalen Wettbewerb einen Vorteil zu verschaffen.

Haussiers

Am Goldmarkt erwiesen sich die davon ausgehenden Inflationsängste als Wasser auf die Mühlen der Haussiers. Sollte die US-Notenbank ihr Rückkaufprogramm für amerikanische Staatsanleihen und verbriefte Hypotheken drosseln, würde die Bedeutung des Edelmetalls als Inflationsschutz verlieren. Den Haussiers ginge damit ein zentrales Argument verloren.

Noch gilt das Gold allerdings als Zufluchtsort in unsicheren Zeiten. Daran wird sich aufgrund der Probleme in China so schnell auch nichts ändern. Denn der chinesischen Wirtschaft droht eine Wachstumsverlangsamung. Ausserdem ist das Bankensystem in den letzten Jahren überdurchschnittlich stark gewachsen, was ebenfalls gewisse Gefahren birgt. Abgesehen davon spricht am Goldmarkt derzeit allerdings nichts für eine rasche Erholung.

Einkaufsmanager-Index

Nächste Woche legt Barry Callebaut die Umsatzzahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2012/13 vor. Ansonsten gilt das Interesse hierzulande dem Einkaufsmanager-Index sowie dem Landesindex der Konsumentenpreise für den Monat Juni. In den USA liegt das Hauptaugenmerk ebenfalls auf dem Einkaufsmanager-Index sowie auf dem Arbeitsmarktbericht für den Monat Juni.

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