Urner Landammann kam «heim»

WOLFHALDEN. Dass die Urner Regierung Wolfhalden besuchte, ist aussergewöhnlich – und auch wieder nicht. Der Urner Landammann Markus Züst ist nämlich öfter in Wolfhalden. Im Hueb steht sein Elternhaus.

Gert Bruderer
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Zwei Landammänner: Jakob Brunnschweiler (links) vom gastgebenden Kanton Appenzell Ausserrhoden und Markus Züst, der aus Wolfhalden stammt, aber in Uri regiert. (Bild: Gert Bruderer)

Zwei Landammänner: Jakob Brunnschweiler (links) vom gastgebenden Kanton Appenzell Ausserrhoden und Markus Züst, der aus Wolfhalden stammt, aber in Uri regiert. (Bild: Gert Bruderer)

Ein bisschen nervös war am Dienstagnachmittag der Wirt der «Krone». Normalerweise ist sein Gasthaus montags und dienstags geschlossen, doch für hohen Staatsbesuch stand Markus Steger gerne in die Küche. Schliesslich sei es «eine grosse Ehre», die Regierungen der Kantone Appenzell Ausserrhoden und Uri samt Partnerinnen und Partnern zu bewirten.

Appenzeller dort, Urner hier

Schon eine Weile vor dem Apéro standen der einheimische Gemeindepräsident Max Koch und Wolfhaldens Lokalhistoriker Ernst Züst bereit. Züsts 1997 erschienenes Buch über Wolfhaldens Geschichte war eines der Geschenke, die Max Koch mitgebracht hatte. Als die Gäste im Car vorfuhren, meinte Züst: «Die Urner haben einen Wolfhalder als Landammann – und die Regierung von Appenzell Ausserrhoden hat mit Martin Birchler einen Urner als Ratsschreiber.»

Der hohe Gast ist öfter zu Besuch

Der Urner Landammann Markus Züst ist nicht nur auf dem Papier Bürger von Wolfhalden, sondern hat zum Dorf eine «sehr enge Beziehung», wie er selbst sagt. Erst im August sei er zehn Tage hier gewesen, wo er viele Menschen kenne. Pro Jahr weile er drei-, viermal in seinem Heimatort, und selbstverständlich sei er auch schon in der «Krone» eingekehrt.

Klammheimlich, sozusagen, denn der Wirt war sich der hohen Stellung seines Gastes bis zum Dienstag nicht bewusst. Schon als Kind, bemerkte Markus Züst, habe er jeden Sommer mehrere Wochen in Wolfhalden verbracht.

Vom Gemeindepräsidenten bekam der Urner Landammann unter anderem auch einen Roman des einheimischen Autors Peter Eggenberger geschenkt, was Markus Züst besonders freute.

«Ich kenne Peter Eggenberger persönlich», sagte er, «und habe früher <öppe en Jass mit em gchlopfet>». Natürlich hatte auch der Gast ein Geschenk mitgebracht: Markus Züst überreichte Max Koch eine Erinnerung für den Schreibtisch: ein stolzes Exemplar, das kürzlich im Rahmen eines grösseren Kristallfundes im Kanton Uri zu Tage gefördert worden war.

An zwei Tagen viel erlebt

Indem die Urner Regierung sich am Dienstag und Mittwoch in Appenzell Ausserrhoden aufhielt, stattete sie der Ausserrhoder Regierung einen Gegenbesuch ab. Diese hatte sich vor einem Jahr in Uri aufgehalten.

Für die Urner Gäste hatten die Appenzeller ein vielfältiges Programm zusammengestellt. In Herisau bekam man vorgeführt, wie ein Hackbrett gebaut wird, in Heiden besuchte man das Dunant-Museum.

«Ganz normales» Menü

In der «Krone» wurden am Dienstag Abend Kalbsmedaillons an einer Morchelsauce , dazu Kartoffelgratin sowie eine Gemüsegarnitur serviert. Eine Karottencremesuppe mit Korianderschaum und einen bunten Blattsalat mit Hausterrine gab's davor, ein Biberliparfait mit eingelegten Feigen als Dessert. Für den Wirt (der im «Gault Millau» erwähnt ist) war dieses Menü «etwas ganz Normales» – fein, aber nicht extravagant.

Genau so, dass der Urner Landammann bestimmt gerne wiederkehrt, wenn er sich wieder in Wolfhalden aufhält.