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Urchiges Kräftemessen in der Schwinghalle in Montlingen

Genauso traditionell schweizerisch wie das Jodeln in der Musik ist das Schwingen im Sport.
Max Tinner
Daniel Schegg und Sämi Roth zeigen für die Zeitung ein paar Trainingsschwünge. Janosch Kobler macht den Ringrichter. Scannt man mit der App Xtend auf dem Handy obiges Bild, sieht man die drei in Bewegung. (Bild: Max Tinner)Daniel Schegg und Sämi Roth zeigen für die Zeitung ein paar Trainingsschwünge. Janosch Kobler macht den Ringrichter. Scannt man mit der App Xtend auf dem Handy obiges Bild, sieht man die drei in Bewegung. (Bild: Max Tinner)
Daniel Schegg und Sämi Roth zeigen für die Zeitung ein paar Trainingsschwünge. Janosch Kobler macht den Ringrichter. Scannt man mit der App Xtend auf dem Handy obiges Bild, sieht man die drei in Bewegung. (Bild: Max Tinner)Daniel Schegg und Sämi Roth zeigen für die Zeitung ein paar Trainingsschwünge. Janosch Kobler macht den Ringrichter. Scannt man mit der App Xtend auf dem Handy obiges Bild, sieht man die drei in Bewegung. (Bild: Max Tinner)
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Urchiges Kräftemessen

Montlingen Zäuerle, jodeln, Fahnen schwingen, Alphorn blasen, Schellen schütten – das ist urchig, das ist typisch Schweiz. Das gilt aber genauso fürs Schwingen, die schweizerischste aller Sportarten. Auch im Rheintal wird der Schwingsport gehegt und gepflegt, besonders vom Schwingklub Mittelrheintal, der in Montlingen über eine eigene Schwinghalle verfügt. Hier trainieren die Schwinger gleich neben dem Fussballplatz, wo der vielleicht internationalste Sport ausgeübt wird.

So traditionell der Schwingsport ist: Den Schwingklub Mittelrheintal gibt es erst seit 1990; ihre Trainingshalle am Kolbenstein bauten die Schwinger 1997. Geschwungen wurde freilich schon davor, vor allem in den Turnvereinen. Mit ihrer Verselbständigung traten die Schwinger im Wettbewerb um Nachwuchs aber auch in Konkurrenz zu den anderen Vereinen. Es gab eine Zeit, da hatten Kinder für den Teil der Freizeit, während der sie nicht zu Hause mithelfen mussten, die Wahl zwischen Jungmusik und Jugendriege. Heute lässt sich locker eine seitenfüllende Liste mit Vereinen zusammenstellen, die Kindern und Jugendlichen offenstehen.

Mann gegen Mann: Das ist herausfordernd

Was viele Vereine feststellen, gilt auch für den Schwingklub: «Am ehesten kommen die Jungen, wenn Kollegen mitkommen», stellt Präsident Robert Hutter fest. Das war auch bei Janosch Kobler so. Der heute 18- jährige Schwinger ging früher «tschutten». «Das war aber weniger meins», stellt er fest. Mit elf lernte er durch Kollegen den Schwingsport kennen, und war begeistert: «Rammeln, miteinander kämpfen – das war schon cool.»

Genau das findet auch Daniel Schegg dermassen reizvoll am Schwingsport: «Der Kampf Mann gegen Mann, das Kräftemessen: das ist herausfordernd.» Er ist wie Kobler 18 und kommt ebenfalls aus Oberriet. Er schwingt aber schon ein paar Jahre länger als Kobler, nämlich seit er sieben war. Und auch er ist durch Kollegen zum urchi­-gen Sport gekommen, der im Sägemehl ausgeübt wird. Der Schwingklub Mittelrheintal steht Buben ab dem Kindergartenalter offen. Ab acht Jahren nehmen sie bereits an Wettkämpfen teil.

Sämi Roth, ebenfalls 18, aus dem Weiler Freienbach, hat wie Daniel Schegg als Siebenjähriger mit dem Schwingen begonnen. Sein Onkel war damals ein erfolgreicher Schwinger, und Sämi eifert ihm seitdem nach. Einmal an einem Schwingfest einen Kranz zu gewinnen – und wer weiss: vielleicht sogar einmal an einem Eidgenössischen – das treibt jeden Schwinger an.

Durchs Sägemehl kann der Weg zum Erfolg aber schmerzhaft sein: Janosch Kobler hat sich am Kantonalen Schwingfest, das der Schwingklub Mittelrheintal Ende Mai in Widnau ausgetragen hat, alle vier Bänder einer Schulter gerissen. Zu trainieren liegt noch nicht drin. Fürs Foto für die Zeitung macht er darum für einmal den Ringrichter.

Dass das Schwingen so schweizerisch ist, wie sonst kaum etwas, kann ein Nachteil sein – ausserhalb der Schweiz gibt es den Sport schlichtweg nicht. Mit Ausnahme vielleicht von lokalen Schwingfesten der Auslandschweizervereine. Wer sich international messen will, wechselt darum unter Umständen vom Sägemehl auf die Matte, von den Schwingern zu den Ringern. Die beiden Sportarten können sich konkurrenzieren, sie können sich aber auch er­gänzen, relativiert Robert Hutter. Und das Traditionelle, das Urchige am Schwingen war für manche auch schon ein Grund zum Zurückkehren.

Was beim Ringen gilt, gilt auch beim Schwingen: Wer vorne dabei sein will, muss trainieren. Selbst während der Sommerferien trainieren die Aktivschwinger des Vereins zweimal die Woche, im Winter auch häufiger.

Robert Hutter hofft, dass sich mit dem Erfolg auch das Publikum einfindet. Das Eidgenössische Schwingfest und die Bergschwingfeste sind zwar ausserordentlich beliebt. Hutter wünschte sich aber, die Verbandsschwingfeste wären ebenso gut besucht. Manchenorts lassen grosse Lücken auf den Zuschauertribünen befürchten, dass die Bedeutung des Schwingsports schwindet. Im Rheintal ist’s um den urchigen Sport besser bestellt: «Hier ist das Schwingen noch erfreulich tief verwurzelt, was man gerade am Kan­tonalschwingfest in Widnau wieder sah», stellt Hutter fest.

Schnupperschwingen für Buben am 31. August

Damit dies so bleibt, baut der Schwingklub Mittelrheintal bereits die nächste Generation der Rheintaler Schwinger auf. 25 Jungschwinger zählt der Verein momentan. Und Robert Hutter hofft, dass es bald noch mehr sein werden: Am 31. August findet nämlich schweizweit ein Schwing-Schnuppertag statt. Auch in der Schwinghalle Kolbenstein können Buben ab Kindergartenalter an diesem Tag zwischen 9.30 und 11 Uhr den Schwingsport unverbindlich kennenlernen.

Hinweis

Mehr zum Verein auf www.schwingklub-mittelrheintal.ch und zum Schwingsport auf https://esv.ch

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