Urbane Grenzenlosigkeit

Zwei unterschiedliche Kunstschaffende, Nelli Allenspach mit Bildwerken aus verschiedenen Materialien und Kurt Sieber mit Skulpturen aus Bronze, sind vom 20. bis 22. September im Stellwerk zu sehen.

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Nelli Allenspach und Kurt Sieber sind am Wochenende mit ihren Werken in Heerbrugg zu sehen. (Bild: pd)

Nelli Allenspach und Kurt Sieber sind am Wochenende mit ihren Werken in Heerbrugg zu sehen. (Bild: pd)

HEERBRUGG. Obwohl die Arbeitstechniken von Nelli Allenspach und Kurt Sieber sehr unterschiedlich sind, haben doch beide viel gemeinsam. Beide haben vor zehn Jahren als Kunstschaffende begonnen, beide experimentieren gerne, beide bezeichnen ihr Schaffen als urban, beide geben sich keine Grenzen und beide empfinden ihr kreatives Arbeiten wie Meditation und Ausgleich zum Alltag. Obwohl sie sich nicht kannten, wurde beiden von verschiedenen Seiten empfohlen, eine gemeinsame Ausstellung zu gestalten.

Die Malerin

Nelli Allenspach, eine aufgestellte, lebensfrohe Persönlichkeit, liebt den Umgang mit Menschen und die Kreativität, in ihrem Beruf als Hairstylistin sowie bei ihrem Hobby, dem Malen. Sie strotzt vor Ideen und erzählt mit viel Liebe und Leidenschaft von ihrem Schaffen.

Alles, was kreativ verwendet werden kann, wird von ihr gesammelt. Ihre Werke entstehen auf Holz oder Leinwand. Sie verarbeitet dabei Stoffe, Leder, Metall, Holz, Beton, Zeitungen, Sand, Kaffeesatz, Kiesel, Asche, Erde und was es sonst noch zu sammeln gibt, gemischt mit Pigmenten oder Acrylfarbe.

Es entstehen farbenfrohe Werke, Bilderwerke, eigentlich dreidimensionale Bildskulpturen. Zu jedem Werk gibt es eine Geschichte, zum Beispiel über die Herkunft der verwendeten Materialien oder die Mystik und die Impulse des Entstehens.

Der Skulpteur

Kurt Sieber liebt die Spannung und die Konzentration beim Spiel mit dem Feuer. Seinen kreativen Weg fand er vor zehn Jahren bei der Umgestaltung seines Gartens und dem Erschaffen eines Vogelbades in der Steinbearbeitung. Vor sechs Jahren besuchte er aus Neugier in den Ferien in Tirol einen Kurs in Bronzegiessen. Seither ist er fasziniert von den Möglichkeiten des Bronzegiessens. Er verfeinerte für sich die Techniken des Gelernten, baute einen Ofen und schaffte einen weiteren an. In einem Raum seiner Werkstatt entstehen aus Wachs die Modelle. Im anderen werden diese Modelle mit Gips und Schamott gefremt. Diese Form wird getrocknet, das Wachs im Ofen ausgeschmolzen und die Form gebrannt. Danach wird die Form in Sand eingegraben und die geschmolzene, 1250 Grad heisse Bronze in die warme Form eingefüllt. Eine Stunde später kann die Form zerschlagen werden. Diesen Arbeitsschritt nennt man «die verlorene Form», er ist wie eine Wundertüte und zeigt, ob die Arbeit gelungen ist. Beim Titrieren werden die Einfüll- und Entlüftungskanäle sowie die Schlacke entfernt. Zum Schluss wird das Werk sandgestrahlt oder patiniert. Jede Figur ist für Kurt Sieber eine neue Herausforderung. Er experimentiert mit Form, Materialien und Oberflächengestaltung seiner Bronzeskulpturen und sucht nach den Grenzen des Machbaren.

Die Öffnungszeiten

Die Ausstellung beginnt mit der Vernissage am Freitag, 20. September, um 19.30 Uhr. Die Ausstellung am Samstag von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr ist nur an diesem Wochenende zu sehen. (pd)