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«Unverzollte Fahrzeuge» sind tabu

Schnell mal das Auto mit Vorarlberger Schildern des Schwagers fahren? Das Auto mit Anhängerkupplung des deutschen Kollegen ausleihen? Das Auto mit italienischen Schildern zum Tanken fahren? All das ist «Personen mit Wohnsitz in der Schweiz» verboten. Im Prinzip.
René Schneider
Nur kurz mal mit dem Auto des deutschen Arbeitskollegen oder dem der Vorarlberger Kollegin fahren? Das Risiko ist gering, aber es ist verboten. (Bild: René Schneider)

Nur kurz mal mit dem Auto des deutschen Arbeitskollegen oder dem der Vorarlberger Kollegin fahren? Das Risiko ist gering, aber es ist verboten. (Bild: René Schneider)

Heerbrugg. Im Grenzgebiet steht jeder und jede früher oder später vor der Frage: Darf/soll ich kurz mal mit dem Auto der Verwandten, des Nachbarn, der Arbeitskollegin fahren, obwohl an diesem ein ausländisches Nummernschild hängt. Oft wäre es einfach, naheliegend und praktisch, das zu tun. Etwa weil an jenem Fahrzeug eine Anhängekupplung ist, weil es ein Kombi ist, weil die Kindersitze schon montiert sind oder der Veloständer, oder weil der andere mein Auto aus irgendeinem Grund ausleihen will. Trotzdem: Es ist verboten; aus rein zollrechtlichen Gründen.

«Unverzollte Fahrzeuge»

Alle Autos mit ausländischen Schildern (Ausnahme Fürstentum Liechtenstein) gelten in der Schweiz als «unverzollte Fahrzeuge», erläutert auf Anfrage Richard Caduff von der Zollkreisdirektion in Schaffhausen. Schweizer dürfen damit weder in die Schweiz einreisen noch in der Schweiz fahren. Im Prinzip. Und wie überall bestätigen die Ausnahmen die Regel.

Ausnahmeregelungen gibt es etwa für Mietfahrzeuge oder für in der Schweiz wohnende Angestellte mit ausländischen Firmenfahrzeugen. Eine Ausnahmebewilligung kann auch beantragen, wer höchstens zwölfmal im Jahr ein (bestimmtes) ausländisches Auto in die Schweiz zu fahren wünscht. In diesem Fall ist (bar oder über eine Speditionsfirma) eine Kaution in Höhe der Verzollungskosten zu hinterlegen. Alles andere ist verboten. Im Prinzip.

Wer in der Schweiz wohnt, darf aber ein «unverzolltes Fahrzeug» in die Schweiz oder in der Schweiz lenken, wenn dessen Halter/Besitzer als Passagier mit fährt. Immerhin. Was riskiert ein Rheintaler, eine Rheintalerin bei einer Fahrt mit einem «fremden» Auto?

Das werde «von Fall zu Fall entschieden», weicht der Zollfachmann aus.

Es werde abgeklärt, ob es eine einmalige Fahrt ist oder ob jemand immer wieder und systematisch die Verzollung eines Fahrzeuges umgehe.

Geringes Risiko

Wer ausnahmsweise mit dem Auto einer Vorarlberger Freundin in die Schweiz nach Hause fährt, weil zum Beispiel das eigene nicht anspringen wollte, kann mit einer Ermahnung rechnen, falls er oder sie ertappt wird.

Ebenso kann mit Milde rechnen, wer in der Schweiz eine kurze, einmalige Fahrt mit einem «unverzollten Fahrzeug» unternimmt. «Flächendeckende Kontrollen sind schwierig», räumt Richard Caduff ein. Massgebend sind trotz allem die Artikel 34, 35 und 36 der Zollverordnung.

Elegante Lösung

Umgekehrt gilt in der EU eine ähnliche Regelung: Kein EU-Bürger darf dort ein Auto mit Schweizer Schildern fahren. Im Prinzip. Es sei denn, der Besitzer oder die Besitzerin sitzt daneben.

Die Vorarlberger Zollbehörden akzeptieren, wenigstens für «geschäftliche» Fahrten, eine handschriftlich unterschriebene Erlaubnis mit «Fahrauftrag» des Schweizer Halters des Fahrzeuges.

In der Erklärung (Datum, Ort, Start und Ziel) erlauben die Halter dem EU-Bürger die Benützung ihres Schweizer Autos für die einmalige Fahrt in der EU. Der Zettel wäre bei einer der (seltenen) Kontrollen vorzuweisen.

www.ezv.admin.ch/zollinfo_privat

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