Unterschiedliche Stimmungslagen

Nach der Vorrunde präsentieren sich die Rheintaler Teams in unterschiedlicher Ausgangslage: Diepoldsau spielt um den Aufstieg mit, Montlingen im hinteren Mittelfeld und Rebstein wehrt sich gegen den Abstieg.

Remo Zollinger
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Ein wegweisender Moment: In der 2. Runde siegte Diepoldsau in Rebstein mit 2:1, das entscheidende Tor gelang Paglianiti (unten) in der 87. Minute. Mirza Bjalava (Mitte) und Igor Jovicic (hinten) bejubeln den Torschützen. (Bild: Remo Zollinger)

Ein wegweisender Moment: In der 2. Runde siegte Diepoldsau in Rebstein mit 2:1, das entscheidende Tor gelang Paglianiti (unten) in der 87. Minute. Mirza Bjalava (Mitte) und Igor Jovicic (hinten) bejubeln den Torschützen. (Bild: Remo Zollinger)

FUSSBALL. Der Rückblick auf die erste Saisonhälfte lieferte Bestätigungen und Überraschungen. Diepoldsau-Schmitter bestätigte sich als Spitzenteam, das sich oben festsetzte. Montlingen steht auf dem achten Rang, womit man auf dem Kolbenstein nicht wirklich zufrieden ist. Überdies verlief die Hinrunde nicht nach dem Gusto des FC Rebstein, der im Tabellenkeller um den Ligaerhalt kämpft – zuletzt aber Montlingen besiegte und nun doch drei Punkte vor dem Strich steht.

Schwäche in Spitzenspielen

Zwei Punkte Rückstand hat Diepoldsau auf Ems, einen auf Arbon – Punkte, die in Direktbegegnungen liegen gelassen wurden. Gegen Arbon verlor die Hafner-Elf, gegen Ems und Verfolger Weesen resultierte nur je ein Punkt. «Wir waren gegen Ems und Weesen jeweils die bessere Mannschaft», so Trainer Roman Hafner, «versäumten es aber, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden. Im Abschluss agieren wir im Moment unglücklich.» Was der Trainer damit anspricht: Wenngleich die Rheininsler ansehnlich, ja dominant auftraten, funktionierte das letztjährige Prunkstück um das Offensivtrio Bjalava-Brahimaj-Abdoski nicht mehr gleich gut, was man nicht zuletzt beim 1:0 in Triesenberg letzten Samstag sah. Daraus resultiert, dass Diepoldsau einige Punkte zu wenig auf dem Konto hat. Mit Blick auf die Rückrunde betont Hafner dann auch: «Wir müssen eigentlich nicht viel ändern – wir müssen schlicht kaltblütiger werden; mehr Tore schiessen.»

Montlingen fehlt die Konstanz

Die Montlinger Vorrunde glich einer Achterbahn – nie konnten zwei Spiele in Folge gewonnen werden. Trainer Klaus Stocker formuliert gleich das Ziel für die Rückrunde: «Wir möchten unser Potenzial in jedem Spiel abrufen, dann können wir in dieser Liga jeden Gegner schlagen.»

Den Grund für das Auf und Ab ortet er nicht etwa bei den Abgängen, sondern vielmehr in den Verletzungen der Routiniers Klingler und Eicher, weshalb Montlingen oft ein sehr junges Team stellte.

Dieses besitzt zweifelsohne Qualitäten, konnte diese aber nicht regelmässig abrufen. Stocker dazu: «Der Mangel an Routine war unser Problem. Abgesehen vom Spiel in Diepoldsau (0:3) gab es aber keine Partie, wo wir abgefallen sind.» Der Trainer scheint insgesamt weder unzufrieden noch zufrieden – was Montlingen fehlt, ist eine Serie positiver Resultate.

Rebstein stoppt Negativspirale

Aus Rheintaler Sicht ist Rebstein der Verlierer der Hinrunde. Liess man sich vom schlechten Start nicht beunruhigen, folgte nach der 1:6-Schlappe in Schluein ein Trainerwechsel: Vrenezi trat zurück, Seitz übernahm. Unter dem Interimstrainer gelang Rebstein eine Trendwende: Zunächst siegte man in Rorschach (3:2), dann gegen Montlingen (2:1). Siege, die möglicherweise überlebenswichtig waren – vor allem aber wieder ein positiveres Klima auf die Birkenau bringen. Die Mannschaft scheint (endlich) in der zweiten Liga angekommen zu sein, wenngleich sie gerade in diesen Spielen auf zahlreiche Stammkräfte verzichten musste und mit dem letzten Aufgebot antrat.

«Das Team hat mehr Potenzial als es die Tabelle zeigt», ist sich Seitz sicher. «Es war eine klassische Negativspirale: Mangelnde Erfolgserlebnisse führten zu Druck, Verkrampfung und einer Blockade. Wichtig ist, dass wir aus dieser Situation als Team herausfinden», so der Übungsleiter, der in der Winterpause sein Amt wieder weitergeben wird. Wer neuer Trainer in Rebstein wird, ist noch unklar, die Situation wird nun sorgfältig evaluiert. Der Verein will bei der Trainersuche aber keinen Schnellschuss tätigen und eine längerfristige Lösung finden.

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