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Unter zehn Schichten Farbe

Bei der Renovierung der Wohnungen am Rathausplatz 3 und 5 sind jahrhundertealte Malereien entdeckt worden. Die ältesten stammen aus der Zeit, als in Frankreich der Sonnenkönig regierte.
Max Tinner
Mauro Ferrari und Ingo Gschwend in der Stube mit der über 300 Jahre alten Renaissance-Decke. Gewusst hat man von ihr vor der Renovierung der Wohnung nichts. Sie kam unter jüngeren Deckenschichten zum Vorschein. (Bild: Max Tinner)

Mauro Ferrari und Ingo Gschwend in der Stube mit der über 300 Jahre alten Renaissance-Decke. Gewusst hat man von ihr vor der Renovierung der Wohnung nichts. Sie kam unter jüngeren Deckenschichten zum Vorschein. (Bild: Max Tinner)

ALTSTÄTTEN. Gut 30 Jahre lang war am Rathausplatz 3 und 5 das Modehaus Hutter. Nach der Geschäftsaufgabe vor drei Jahren kaufte der aus Lüchingen stammende frühere Möbelfabrikant Peter Gschwend die beiden Häuser, die übers selbe Treppenhaus erschlossen sind. Bei der Renovierung sind alte Deckenmalereien entdeckt worden, die in einigen Wohnungen vom Restaurator Mauro Ferrari freigelegt worden sind.

Älter als Altstättens Kirchen

Die ältesten Malereien sind um 1686 entstanden. Auf diese Jahrzahl wurde ein Balken der Decke anhand einer Jahrringuntersuchung datiert. Die Decke wurde also zu einer Zeit bemalt, als in Frankreich noch der «Sonnenkönig», Louis XIV., regierte; gut 100 Jahre bevor die Altstätter die heutige katholische Kirche bauten, und über 200 Jahre, bevor die reformierte Kirche gebaut wurde. Mit ihren Fabelwesen wie pferdeköpfigen Lindwürmern und Meerjungfrauen erachtet Mauro Ferrari sie vom Stil her als späte Renaissance-Malerei. In anderen Räumen wurden weitere Deckenmalereien gefunden; einige sind rund 100 Jahre jünger, die Ferrari stilistisch dem Barock zuordnet.

Nicht alle sind freigelegt worden, weil dies sehr aufwendig gewesen wäre. Die von Mauro Ferrari freigelegte Barockdecke zum Beispiel lag unter zehn Schichten Farbe. Bei seitlich einfallendem Licht liessen Unebenheiten trotzdem erkennen, dass darunter Ornamente liegen müssen. Die Renaissance-Decken, die er restauriert hat, waren zwar nicht übermalt. Aber auch von ihnen hatte man nichts gewusst, weil sie unter jüngeren Deckenschichten verborgen waren. Zur Geschichte der beiden Häuser ist nichts bekannt. Allerdings zeugen auch andere Altstadthäuser von früherem Wohlstand – speziell das Haus Reburg mit seinem Festsaal in unmittelbarer Nachbarschaft.

Eine besondere Wohnqualität

Auch in anderen Wohnungen am Rathausplatz 3 und 5 hat man bei der Renovierung alte Besonderheiten belassen: in manchen hat man Balkenkonstruktionen freigelegt, in einer anderen das Ziegelmauerwerk. In einer weiteren Wohnung unter dem Dach hat man die Aufzugsmechanik stehen lassen, mit der man in längst vergangenen Zeiten Lasten vom Platz hochgezogen hat.

Besichtigung am 9. April

«Solche Details verleihen den Wohnungen eine ganz besondere Lebensqualität», erklärt Ingo Gschwend. Der Disco-Möbel-Mitinhaber ist Geschäftspartner von Peter Gschwends Immobilienfirma PG Invest, welche die Wohnungen am Rathausplatz 3 und 5 vermietet. Am Samstag, 9. April, kann man die Wohnungen zwischen 11 und 16 Uhr an einem Tag der offenen Tür besichtigen.

Sonja und Mauro Ferrari beim Restaurieren der freigelegten Barockdecke. Sie war mit zehn Schichten Farbe überdeckt. (Bild: zVg)

Sonja und Mauro Ferrari beim Restaurieren der freigelegten Barockdecke. Sie war mit zehn Schichten Farbe überdeckt. (Bild: zVg)

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