Unschlagbar konstanter Aufsteiger

Au-Berneck hat die 3. Liga, Gruppe 2, dominiert und ist verdient in die 2. Liga aufgestiegen. Mit einer fast schon unheimlichen Konstanz ging die Degern-Elf ihren beharrlichen Weg und holte 52 Punkte trotz sieben Unentschieden.

Valentin Kahn
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800 Zuschauer sahen auf der Degern, wie Fatlum Aliu (rechts) und Kollegen im letzten Spiel der Saison am FC Schaan vorbeizogen. (Bild: Yves Solenthaler)

800 Zuschauer sahen auf der Degern, wie Fatlum Aliu (rechts) und Kollegen im letzten Spiel der Saison am FC Schaan vorbeizogen. (Bild: Yves Solenthaler)

FC AU-BERNECK 05. Normalerweise bestätigt die Ausnahme die Regel. Nicht so in dieser Saison beim Team von Pepi Memoli, das ausnahmslos ohne Niederlage blieb. Zumindest wenn man von der Cup-Niederlage gegen Zweitligist Steinach zu Beginn der Saison absieht. Zu dem Zeitpunkt trat Au noch mit einer Rumpfelf auf. Ein chaotischer Sommer mit unzähligen Veränderungen liess zunächst nichts von jener Konstanz erahnen, die den Auer Fussballverein schliesslich zur Promotion tragen sollte. Doch Au überraschte und begann die Meisterschaft mit drei Siegen in Folge. Die Saison avancierte vom Fragezeichen schnell zum scheinbaren Selbstläufer. Konstant gute Leistungen zeigte die Mannschaft Woche für Woche auf dem Feld, während das Trainergespann mit stoisch anmutender Konzentration aufs Wesentliche den Ball flach hielt. Dies vernahm auch das Auer Publikum und dankte es mit konstant guten Zuschauerzahlen. Die Finalissima gegen Schaan wurde von nicht weniger als 800 Fussballfans auf der Degern mitverfolgt.

Zähe Schaaner

Vor der Winterpause aber musste Au der Konkurrenz nach vier Unentschieden in Serie den Vorzug lassen. Startschwierigkeiten hatten die Auer in der Rückrunde allerdings nicht. Nachdem Memoli und Koller den Aufstieg als klares Ziel ausgegeben hatten, liessen sie und ihr Team mit sechs Siegen in Serie Taten folgen. Die für diese Spielklasse überragende Auer Offensiv-Power mit einer Mischung aus Technikern und Dauerbrennern fand in der von den interregional erfahrenen Meyer und Gashi organisierten Defensive hervorragende Rückendeckung. Staudacher musste in jenen sechs Partien nur dreimal hinter sich greifen, sowie in der gesamten Rückrunde nur achtmal. Daran trug der Auer Schlussmann grossen Anteil, weil er selbst konstant fehlerlos blieb und in den entscheidenden Momenten zur Stelle war. Der FC Schaan erwies sich indes als ebenso konstant zäher Gegner, der sich einfach nicht abschütteln liess. Die unnötige Punkteteilung gegen die Scintilla Mitte Mai, normalerweise bei solchen Vorleistungen maximal ein Kollateralschaden, bedeutete bei dieser Hetzjagd sogleich den Verlust der Tabellenführung.

Ein Team mit Potenzial

Doch Au liess sich davon nicht beirren und vertraute auf seine Qualitäten, die im Saisonverlauf und bezeichnend dafür auch in der Finalissima den Unterschied machten: Frühes Pressing, hohe Dominanz sowie Ballsicherheit im Aufbauspiel, eine variable und technisch hochwertige Offensive, eine sattelfeste Abwehr, ein tolles Kader, das auch in der Breite die nötige Qualität mitbringt und natürlich Teamgeist und kollektiver Wille. Mit diesen Werten ist das Team von Au-Berneck ein mehr als würdiger Aufsteiger und hat das Potenzial, auch in der technisch und taktisch etwas feineren 2. Liga für Furore zu sorgen.