Unkonstanz bringt Rang sechs

Altach schliesst die Hinrunde auf Rang sechs ab. Keine Bundesliga-Mannschaft hat mehr Spiele verloren, Altach feierte aber auch aussergewöhnlich viele Siege.

Remo Zollinger
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VORARLBERGER FUSSBALL. Viele Siege, viele Niederlagen oder anders: Spielt Altach, gibt es einen Sieger. Achtmal hiess dieser Altach, elfmal ging aber der Gegner als Sieger vom Feld – nur ein Unentschieden steht nach 20 Spielen zu Buche. Diese Bilanz kam zustande, weil sich der Vorarlberger Bundesligist in der Hinrunde launisch zeigte. Das beste Beispiel sind die letzten drei Spiele: Zuerst gab es eine empfindliche Heimniederlage gegen das damalige Schlusslicht Ried, darauf folgte ein überraschendes 3:0 bei Grödig und ein noch überraschenderes 2:1 bei Herbstmeister Austria Wien.

Nie besser klassiert

Überwogen im Altacher Umfeld nach der Pleite gegen Ried Enttäuschung und Pessimismus, sieht es zwei Spiele später wieder anders aus: Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle überwintert das Team von Damir Canadi auf Rang sechs, besser war Altach in der ganzen Saison noch nie klassiert. Dies liegt daran, dass das Kader für eine Doppelbelastung zu dünn ist. Nach einer überzeugenden letzten Saison war der SCRA erster Vorarlberger Europa-League-Teilnehmer, kam gegen Vitória Guimarães sogar eine Runde weiter. Im Playoff gegen den späteren Basel-Besieger Belenenses war aber Schluss: Zum Glück, denn einer zweifachen Belastung wäre Altach wohl nicht gewachsen gewesen. Die Meisterschafts-Ergebnisse bis zum Ausscheiden untermauern dies: Drei Punkte nach sechs Spielen waren weit unter dem eigenen Anspruch.

Europacup als Highlight

Das Europacup-Abenteuer ist als gelungen zu bezeichnen: Zwei Teams aus Portugal hatten gegen Altach ihre liebe Mühe. In Erinnerung bleibt besonders das Rückspiel in Guimarães, das Altach mit 4:1 gewann. Mit dem Gesamtskore von 6:2 kamen die Vorarlberger weiter und trafen optimistisch auf Belenenses. Die Ernüchterung folgte aber sogleich; die defensiv starken Portugiesen liessen kaum etwas zu und kamen mit dem Minimal-Skore von 1:0 weiter. Darauf fing sich Altach in der Liga, landete in Wolfsberg direkt einen wichtigen Sieg und gewann – einmal mehr – gegen Rapid Wien. Das Team schien ausgeruhter und fokussierter als zuvor, wo die Europa League im Zentrum stand. Die EL-Heimspiele werden indes nicht in besonderer Erinnerung bleiben, zu weit ist Innsbruck von Altach entfernt, als dass wirklich ein Hexenkessel hätte entstehen können. Die letzten Spiele haben bestätigt, dass Altach eine gefestigte Mannschaft ist, die erfolgreich spielen kann.

Mannschaft ist gefestigt

Es gelingt ihr, aus wenig viel zu machen, wie etwa beim Sieg in Wien; ein Resultat, das Austria- und Ex-Basel-Trainer Thorsten Fink bei der Pressekonferenz schier zur Weissglut trieb: «So etwas darf uns einfach nicht passieren», wetterte der Deutsche. Was Altach fehlt, ist ein wirklicher Knipser. Aigner und Ngwat-Mahop haben je fünf Tore erzielt, aber richtig konstant waren sie nie, zumal der 34-jährige Aigner in der Bundesliga an seine Grenzen stösst. Etabliert hat sich Goalie Andreas Lukse, der Martin Kobras definitiv den Rang abgelaufen hat und Stammtorhüter ist. Cesar Ortiz führte mit Jan Zwischenbrugger die solide Abwehr, während der quirlige Offensiv-Mann Dominik Hofbauer zu den Entdeckungen der Saison gehört.

In die Rückrunde startet der SCRA mit zwei Heimspielen: Sturm Graz und Mattersburg sind im Schnabelholz zu Gast. Man dürfte eigentlich von Punktezuwachs ausgehen; doch die Hinrunde lehrt einen, nicht damit zu rechnen: Der unkonstante SCRA ist immer für eine Niederlage gut – aber auch immer für einen Sieg.

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