Unglücklich und undiszipliniert

Der zehnte Rang und bloss zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz ist ein ungenügendes Zwischenergebnis.

Gerhard Huber
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Für die Vorrunde der Mannschaft von der Stapfenwis gilt im Grunde genommen der alte Fussballer-Spruch: «Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.»

Nur so kann man kommentieren, dass in drei Spielen noch durch Tore in der Nachspielzeit der Sieg oder überhaupt der Match verloren wurde. Eines davon in der achten (!) Minute der Nachspielzeit. Und nur so kann man kommentieren, wenn im Durchschnitt sechs Spieler pro Match wegen Verletzung, Krankheit, Beruf oder Sperre ausgefallen sind. Wenn aufgrund dieser Absenzen Trainingseinheiten mit nur noch acht Spielern durchgeführt werden mussten.

Nur bei den Strafpunkten weit vorne

Aber zum Teil war die Misere selbstverschuldet. Mit vielen Undiszipliniertheiten und ständiger Nörgelei an den Schiedsrichtern hat man viele Karten und damit die zweitmeisten Strafpunkte der 3. Liga, Gruppe 2, gesammelt. Natürlich verbunden mit entsprechenden Spielsperren.

Die Spieler werden sich im Frühling an der eigenen Nase nehmen müssen. Sie waren zu oft in diesem Herbst zu emotional, liessen sich, gerade auch wenn sie in Führung lagen, durch Kleinigkeiten provozieren und brachten sich so selbst aus dem Tritt und aus dem Konzept.

Dass die Rheinecker Fussball spielen können, zeigten sie in den nur zwei gewonnenen Spielen gegen den FC Rebstein und den FC Goldach. Und auch bei den fünf Unentschieden der Remis-Könige vom Bodensee zeigte man meist ansprechende Leistungen.

Wenn man noch die mangelhafte Chancenverwertung in den Griff bekommen würde, könnten Chiarello & Co. im Frühling schnell in der Liga wieder emporklettern.

Nach «Seuchen-Vorrunde» im Abstiegskampf

«Abgerechnet wird am Schluss», ist Trainer Pascal Frommenwiler von einer Steigerung seines Teams nach der Winterpause überzeugt: «Wenn unsere Leute die Leistung abrufen, zu der sie im Stand sind, werden wir mit Sicherheit mehr Punkte einsammeln.» Man ist sich auf der Stapfenwis aber durchaus bewusst, dass man derzeit mitten im Abstiegskampf der 3. Liga steckt.

Frommenwiler, der im Übrigen nach wie vor über Vertrauen und Rückhalt des Vereinsvorstandes verfügt, bestätigt: «Das Team ist sich über die Situation im Klaren. Ich habe in meinen 110 Spielen als Trainer bei Rotmonten, Brühl und Rheineck noch nie so eine Seuchen-Vorrunde erlebt. Das muss und wird besser werden.»