Und es war gut so: Präsident des Vereins Pro gewürdigt

Nach 22 Jahren als Präsident des Vereins Pro Bild hat Hans Keel sein Amt an Mathias Wunderle übergeben.

Gerhard Huber
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Präsident Hans Keel (Mitte) wurde von den Vereinsmitgliedern (v.l.) Dominik Gebert, Bea Müggler, Barbara Keel und Mathias Wunderle originell und mit viel Humor verabschiedet. (Bild: Ulrike Huber)

Präsident Hans Keel (Mitte) wurde von den Vereinsmitgliedern (v.l.) Dominik Gebert, Bea Müggler, Barbara Keel und Mathias Wunderle originell und mit viel Humor verabschiedet. (Bild: Ulrike Huber)

Es war keine gewöhnliche Jahreshauptversammlung des Vereins Pro Bild, die am Donnerstagabend in den Räumlichkeiten des Kinder- und Jugendheimes Bild stattfand. Es war vielmehr die höchst emotionale Würdigung der Leistung von Hans Keel. Jener Mann, der bereits vor 27 Jahren an der Gründung des Vereins massgeblich beteiligt war, zunächst als einfaches Vorstandsmitglied tätig war und seit 22 Jahren als Präsident dessen Geschicke leitete. Sehr erfolgreich, wie die Situation des Kinder- und Jugendheims Bild zeigt. Denn der Jahresrückblick von Heimleiter Daniel Schelling zeigte, dass Hans Keel und seine vielen Mitstreiter eigentlich ein kleines Wunder vollbracht haben.

Grosse Sorgen um die Zukunft

Denn beim freiwilligen Fensterputzen im damals vom Ingenbohler Schwesterorden geführten Wohnheim für Kinder, die kein normales, liebevolles Zuhause hatten und im KJH Bild Schutz suchten, erfuhren die ehrenamtlichen Helfer Anfang der Neunzigerjahre von der Schwester Oberin Suso Maria, dass grosse Sorgen um die Zukunft der Institution herrschten. Es war absehbar, dass alle acht damals tätigen Schwestern in naher Zukunft wegen Nachwuchsproblemen ins Mutterhaus nach Brunnen am Vierwaldstättersee zurückberufen würden. Tatsächlich konnte der kurzerhand gegründete Verein Pro Bild dann massgeblich mithelfen, dass mit neuer Organisation und Finanzierung das Kinder- und Jugendheim weitergeführt werden konnte und sich seit 1999 unter der Leitung von Daniel Schelling zu einer führenden Institution der regionalen Kinder- und Jugendlichenfürsorge entwickelte. Derzeit wird in drei Schülerwohngruppen und einer Jugendwohngruppe 23 Schützlingen Unterkunft, Verständnis und menschliche Wärme gegeben. Dazu werden in zwei Kinderkrippen und einem Schülerhort 22 Kinder und zwölf Schüler tagsüber betreut.

Mit sichtlicher Rührung vorgetragene Abschiedsrede

In seinem Jahresbericht, der zugleich seine mit sichtlicher Rührung vorgetragene Abschieds­rede war, sprach Hans Keel der Ehrenamtlichkeit und unternehmerischen Freiheit der Institution das Wort und konnte mit berechtigtem Stolz darauf verweisen, dass sich das Gebäude des KJH Bild in bestem Zustand befinde. Der stattliche Sandsteinbau aus dem 19. Jahrhundert, der auch das Stadtbild von Altstätten mitprägt, wurde saniert, modernisiert und an künftige Erfordernisse angepasst.

«Ich darf jetzt mein Amt in jüngere Hände legen», so Hans Keel, «und schlage als neuen Präsidenten Mathias Wunderle vor, der seit 2014 Vorstandsmitglied ist. Er ist ‹Bänkler› von Beruf, 53 Jahre alt, und bereits bestens in den Verein eingeführt.» Diesem Antrag folgte die Hauptversammlung einstimmig und wählte Mathias Wunderle per Akklamation zum neuen Vereinspräsidenten. Neu in den Vorstand gewählt wurde der Altstätter Apotheker Dominik Schnell.

Persönliche Rückblicke mit grossem Herz

Anschliessend hielten mehrere Wegbegleiter vom neuen Altpräsidenten würdige Laudationen. Oft sehr persönliche Rückblicke, die die Persönlichkeit Hans Keel als initiativen, rührigen und stets positiven, fröhlichen Macher mit grossem Herz vorstellten. Besonders originell die Würdigung durch vier Vereinsmitglieder, darunter auch der neue Präsident Mathias Wun­derle, die sich als Ingenbohler Klosterschwestern und Mönche verkleideten. Sie gaben in humorvoller Art und Weise kurze Rückblicke auf einzelne Episoden seines Schaffens im Verein Pro Bild, die jeweils mit einem gemeinsam gesprochenen «Und es war gut so», und einem kleinen Präsent abgeschlossen wurden. Wer den Verein Pro Bild näher kennen lernen und unterstützen möchte, kann dies unter www.bild-altstaetten.ch tun.