Umsichtiges Investieren ist auch bei IPOs gefragt

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Die IPO-Aktivitäten sind hoch. Global gesehen erfolgten im ersten Halbjahr mehr als 230 Börsengänge von Unternehmen und ein Abflauen ist vorerst nicht ­absehbar – gegenwärtig befinden sich mehr als hundert Unternehmen in den verschiedenen Phasen einer angestrebten Börsenkotierung.

Mit ein Grund für die rege IPO-Tätigkeit liegt darin, dass sich das Umfeld für Unternehmen als ideal erweist, um den Gang an die Börse zu wagen. Die Zinsen bewegen sich trotz der eingeläuteten Zinsnormalisierung weiter auf historisch tiefen Niveaus.

Die tiefen Zinsen bewirken einerseits, dass sich die Kosten für einen Börsengang günstig finanzieren lassen. Andererseits belässt das niedrige Zinsumfeld die Anleger weiterhin im Anlagenotstand, da die Renditemöglichkeit mit festverzinslichen Anlageklassen bei überschaubaren Ri­siken weiterhin unbefriedigend ausfällt. Deutlich abgenommene (politische) Risiken sowie äusserst niedrige Unsicherheit an den Aktienmärkten führen dazu, dass sich die Anleger generell aufgeschlossen gegenüber neu auf den Markt kommenden Aktien zeigen: Die Erwartung, aber auch die Hoffnung, dass sich die Aktien von Börsenneulingen mit schnellen und deutlichen Kursgewinnen entwickeln werden, hält die Nachfrage nach entsprechenden Titeln hoch.

Dennoch ist gerade bei IPO-Aktien besondere Vorsicht geboten. Denn je nach Alter und Reife des an die Börse gehenden Unternehmens ist zuweilen die tatsächliche Wettbewerbsfähigkeit des Börsennovizen schwierig zu beurteilen. Und selbst wenn – oder gerade dann – die entsprechende Firma über eine gewisse Historie verfügt und ein etablierter Marktteilnehmer ist, besteht die Gefahr, dass die Kurserwartungen von einer Euphorie beflügelt wird, welche mehr auf der Beurteilung der zugehörigen Branche basiert als auf dem spezifischen Unternehmen. Was sich möglicherweise bald einmal in einem enttäuschenden Kursverlauf widerspiegeln kann, wovon gegenwärtig die Aktionäre von Snap ein Lied singen können.

Trotz Anlagenotstands gilt es somit gerade auch bei IPOs darauf zu achten, dass statt Hoffnungen tatsächliche Werte gekauft werden, die einerseits mittels sorgfältiger Fundamentalanalyse und andererseits mittels Überprüfung hinsichtlich ihrer möglichen Eignung innerhalb eines breit diversifizierten Portfolios evaluiert werden sollten.

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