Umnutzung: Ein Gebot der Stunde

Die Umzonung des mitten in einem Wohngebiet liegenden Industrieareals ist eine Chance, die nach achtjährigem Planungsprozess genutzt werden sollte.

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Die Umzonung des mitten in einem Wohngebiet liegenden Industrieareals ist eine Chance, die nach achtjährigem Planungsprozess genutzt werden sollte. Die Betriebsaufgabe der Firma Röhren Köppel AG war Ausgangspunkt für dieses Vorhaben, das mit Blick auf die Nachhaltigkeit und die raumplanerischen Vorgaben für die Weiterentwicklung der Gemeinde Widnau Sinn macht.

Stop der Zersiedelung

Die aktuelle raumplanerische Diskussion, die mit Blick auf die Landschaftsinitiative bzw. die Zersiedelung der Schweiz auf allen Ebenen der Politik geführt wird, berührt Themen, der sich die Gemeinden und die Bevölkerung stellen müssen. Die Notwendigkeit, eingezontes Bauland haushälterisch zu nutzen und mit verschiedenen, auch verdichteten Wohnformen zu überbauen, ist Gebot der Stunde.

In den letzten Jahren zeigte sich, dass es im eingezonten Siedlungsgebiet viel Potenzial gibt, das genutzt werden kann. Einige Gemeinden versuchen, mit Abbruchprämien die Eigentümer zur Elimination des Altbaubestandes zu motivieren. Altliegenschaften sind oft energetisch nicht mehr sanierbar und stehen auf grossen unternutzten Grundstücken.

Der Abbruch von nicht mehr zeitgemässen Liegenschaften und der sachgerechte Neubau ist eine Massnahme, die verhindert, dass grünes Land eingezont werden muss.

In Widnau, aber auch in vielen anderen Gemeinden der Schweiz liegen Industriebrachen mitten im Siedlungsgebiet; dies als Folge des wirtschaftlichen Wandels der letzten Jahrzehnte.

Diese ehemaligen Industrieareale mit Altbaubestand decken die Bedürfnisse der heutigen Wirtschaft nicht mehr ab und liegen oft in Bezug auf die heute nötige Verkehrserschliessung ungünstig. Diese Industrieflächen umzunutzen – das heisst in Wohnland umzuzonen – verhindert, dass neues Land auf der grünen Wiese eingezont werden muss und sich damit das Siedlungsgebiet immer weiter in die Landschaft frisst.

Nachhaltigkeit ist wichtig

Der Gemeinderat Widnau liegt mit seiner Strategie, nicht unverbautes grünes Land einzuzonen, sondern leerstehende Industrieflächen umzuwidmen, raumplanerisch richtig. Er ist dafür besorgt, dass das bestehende eingezonte Bauland genutzt wird und nicht Landreserven kommender Generationen verbraucht werden. Zudem ist das Angebot eines vielfältigen Wohnungsmixes zeitgemäss. Der Auszug der älteren Generation aus dem Einfamilienhaus ist eine Tatsache.

Die Gemeinde Widnau muss interessiert sein, allen Einwohnerinnen und Einwohnern in den unterschiedlichen Lebensphasen das richtige Wohnangebot bereitzustellen.

Wo stehen die Grünen?

Irritiert sind wir von der Tatsache, dass der Parteipräsident der Rheintaler Grünen, René Sieber, im Referendumskomitee zu finden ist. Gerade die oben angeführten politischen Postulate werden von den Grünen in der aktuellen Raumplanungsdiskussion mit Vehemenz vertreten.

Aber offensichtlich gilt, dass man den anderen vorpredigt, was sie zu tun haben, sich dann aber, wenn es die eigene Gemeinde oder einen selbst betrifft, den Spiess umdreht. Wir sind überzeugt, dass es richtig ist, wenn wir uns für die Weiterentwicklung der Gemeinde an heute unbestrittene Kriterien der Raumplanung halten. Eine nachhaltige Siedlungsentwicklung auf Gemeindeebene, die das bestehende Bauland optimal ausnutzt, muss das Ziel aller sein.

Werner Barmettler, Präsident CVP Widnau, Andreas Brotzer, Präsident FDP Widnau, Bruno Hautle, Präsident SVP Widnau