Umleitung wird bekämpft

In Diepoldsau soll diesen Sommer viel Verkehr durch Wohnquartiere rollen. Denn die Durchgangsstrasse wird erneuert. Anwohner wehrten sich mit einer Petition – vergeblich. Nun wird es zu Einsprachen kommen.

Gert Bruderer
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Der viele Verkehr, der durch Diepoldsau rollt, soll diesen Sommer …

Der viele Verkehr, der durch Diepoldsau rollt, soll diesen Sommer …

diepoldsau. «Die betroffenen Anwohner sind nicht glücklich», bestätigt Gemeindepräsident Roland Wälter. Eine von Silvio Hutter und seiner Frau lancierte Petition haben 200 Betroffene unterschrieben. Der Verkehr müsse nicht über Quartierstrassen umgeleitet werden, sondern lasse sich mit einer Lichtsignalanlage regeln, finden sie. Auch die vorübergehende Sperrung des Diepoldsauer Zollamts in Richtung Schweiz wird vorgeschlagen.

Rückstau auf A13 verhindern

Mit den Österreichern suche man das Gespräch, sagt Strassenkreisinspektor Titus Tobler. Ob sich das Zollamt sperren lasse, sei zwar fraglich. Aber sicher werde über die erschwerte Durchfahrt grossräumig informiert. Den Verkehr mit einer Lichtsignalanlage zu regeln, hält Tobler für «sehr heikel». Zwischen Rheinbrücke und Dorfzentrum komme es in Spitzenzeiten schon heute zu einem Rückstau auf die Autobahn. Dieses Problem würde mit einer Lichtsignalanlage verschärft.

Verkehr besser verteilen

Wenn schon eine Umleitung sein muss, dann wenigstens nicht über wenige Quartierstrassen, finden die Petitionäre. Katja Stierli wohnt wie die Familie Hutter an der Neugasse. Sie sagt, der Verkehr müsse zwar irgendwo durch, aber «er könnte auch aufgeteilt werden. Es gibt sicher Möglichkeiten.» Der Kanton erachtet dies als keine gute Lösung. Er befürchtet, dass viel unerwünschter Schleichverkehr auch unkontrolliert auf Schulwege ausweichen würde. Doch auch Katja Stierli geht es um die Kinder. Vor allem ihretwegen hat sie die Petition unterschrieben. Die Quartierstrassen, über die der Verkehr rollen soll, sind eher eng und haben keine Fussgängerstreifen. Besonders gefährlich seien die vielen durch Diepoldsau fahrenden Lastwagen, meint die Anwohnerin.

So nobel die Argumente der Petitionäre auch sind: Ein anderer Anwohner, Josef Waibel, sieht keine Alternative zur geplanten Verkehrsführung über Steigstrasse und Neugasse. Welche Variante er sich auch vorstelle, jede habe einen gewichtigen Nachteil. Aus diesem Grund meint er pragmatisch, die geplante Umleitung sei für die Anwohner zwar eine Belastung, aber sie sei ja begrenzt.

Runder Tisch ohne Ergebnis

Über die Erneuerung der Staatsstrasse wurde früh mit einem Flyer informiert. Ende März trafen sich Anwohner und Behördenvertreter am runden Tisch. Eine allseits zufriedenstellende Lösung blieb aus. Nun liegen die Verkehrsanordnungen öffentlich auf. Silvio Hutter sagt: «Einsprachen sind so sicher wie das Amen in der Kirche.»

… in einer Richtung über die Steigstrasse umgeleitet werden.

… in einer Richtung über die Steigstrasse umgeleitet werden.

Für die Neugasse gilt das Gleiche. (Bilder: Gert Bruderer)

Für die Neugasse gilt das Gleiche. (Bilder: Gert Bruderer)