Umbruch im Spital Heiden

Zwei Chefärzte verlassen Heiden und werden nicht ersetzt. Ihre Fachbereiche werden künftig von den Chefärzten aus Herisau geführt. Eine Angebotserweiterung wird ebenfalls von Herisau aus betreut.

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Das Angebot im Spital Heiden wird ausgebaut. (Bild: pd)

Das Angebot im Spital Heiden wird ausgebaut. (Bild: pd)

AUSSERRHODEN. Offensichtlich sind die Zahlen, die das Spital Heiden im ersten Halbjahr 2015 geliefert hat, so schlecht, dass sich der Spitalverbund Ausserrhoden (SVAR) zu grösseren Anpassungen genötigt sieht. So schreibt er in einer Mitteilung, dass «er sich entschieden habe, auf die negative betriebswirtschaftliche Entwicklung zu reagieren». Zur Höhe des Defizits macht Nicole Graf Strübi, Leiterin Marketing und Kommunikation, keine Angaben.

Zwei Abgänge

Eine der getroffenen Massnahmen lautet, dass ab 1. September René Fuhrimann, Chefarzt der Klinik für Chirurgie am Spital Herisau, die Leitung dieses Fachbereichs auch in Heiden übernehmen wird. Aus diesem Grund verlässt Michael Kodsi, Chefarzt der Klinik für Chirurgie und Orthopädie in Heiden, das Spital per Ende August. Zusätzlich will der Chefarzt der Klinik für Anästhesie in Heiden, John Essig, per Ende 2015 ausscheiden. «Nein, es geht nicht um einen Knatsch», beantwortet Nicole Graf Strübi eine entsprechende Frage. John Essig wolle sich selbständig machen. Der SVAR nutzt diesen Abgang zur Schaffung eines weiteren «Departements», wie es in der Mitteilung heisst. So wird auch John Essigs Bereich künftig von Herisau aus geführt – und zwar von Christoph Michel, Chefarzt der Klinik für Anästhesie am Spital Herisau. Laut Mitteilung entspreche die Schaffung von Departementen dem Verbundsgedanken des SVAR; sie bilde einen wichtigen Grundstein für die Standortsicherung.

Angebot wird ausgebaut

Es seien weitere Massnahmen geplant, um die Erträge in Heiden zu steigern und die Kosten zu senken, «damit das Spital Heiden betriebswirtschaftlich langfristig wieder erfolgreich geführt werden kann». Kann man daraus nicht auch den Schluss ziehen, dass das Spital Heiden langfristig geschlossen werde? «Überhaupt nicht», gibt Nicole Graf Strübi entschieden zur Antwort. Der SVAR habe einen Leistungsauftrag mit dem Kanton, den er weiterhin zu erfüllen gedenke.

Eine der angesprochenen Massnahmen zur Erhöhung der Patientenzahlen ist ein Angebotsausbau in Heiden. Laut Mitteilung wird das Angebot durch Viszeral- und Gefässchirurgie erweitert. Kaderärzte aus Herisau werden dafür Sprechstunden anbieten und operative Eingriffe in Heiden vornehmen. (eg)