Um «Falken» trauert niemand

ST.MARGRETHEN Bald wird das Restaurant Falken wohl dem Parkhaus weichen, das neben dem Mineralheilbad entstehen soll. Die St.Margrether verabschiedeten sich schon längst von ihm, als es vor mehr als zehn Jahren schloss.

Monika von der Linden
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Seit mehr als zehn Jahren wird im «Falken» nicht mehr gewirtet. Nun sind seine Tage gezählt. Auf dem Areal will die Mineralheilbad AG ein Parkhaus bauen. (Bild: Gert Bruderer)

Seit mehr als zehn Jahren wird im «Falken» nicht mehr gewirtet. Nun sind seine Tage gezählt. Auf dem Areal will die Mineralheilbad AG ein Parkhaus bauen. (Bild: Gert Bruderer)

«Der Falken war eine durchschnittliche Dorfbeiz», sagt der frühere Gemeindepräsident Paul Gerosa. In ihm verkehrten unter anderem viele Arbeiter, die im St. Margrether Steinbruch beschäftigt waren. Für Gesellschaften und Vereine gab es einen kleinen Saal. «Als ich im Jahr 1985 in den Männerchor Harmonie aufgenommen wurde, fand die Hauptversammlung im <Falken> statt», erinnert sich Paul Gerosa.

Die Beiz lief dann aber immer schlechter. «Sie lag etwas versteckt hinter dem Mineralheilbad», sagt Gerosa. Schliesslich kaufte die Mineralheilbad AG das Restaurant im Dezember 1999. Der damalige Inhaber Jakob Bolt versuchte noch einmal, den Betrieb mit einem Pächter aufrechtzuerhalten. Der gab aber bald auf und das Restaurant schloss endgültig.

Als Musikantenbeiz genutzt

Etwas später lebte der «Falken» noch einmal für ein paar Monate auf, als Musikantenbeiz. Die Musikgesellschaft richtete den Kreismusiktag 2006 in St. Margrethen aus. Damit sie die Neuuniformierung der Aktiven bezahlen konnte, musste eine aussergewöhnliche Geldquelle her. Jakob Bolt liess sich damals für die Idee des Vorstandes schnell begeistern und stellte das Restaurant zwischen Januar 2005 und April 2006 insgesamt vierzehnmal zur Verfügung. Die Einnahmen aus der Musikantenbeiz waren ein schöner Zustupf an die neue Uniform.

«Wir wollten keine Konkurrenz für andere Restaurants im Dorf sein», sagt Verena Federli. Sie war damals Präsidentin der Musikgesellschaft und an der Durchführung der Musikantenbeiz beteiligt. Nach dem Kreismusiktag stand deshalb eine Fortsetzung nicht zur Debatte. «Wir sind schliesslich Musikanten und keine Wirte.»

Inzwischen ist der «Falken» so lange geschlossen, dass kaum mehr jemand einen Bezug zu dem alten Gebäude hat. Es dient der Musikgesellschaft schon lange nicht mehr als Vereinslokal. «Da nützte es auch nichts, wenn es nicht abgerissen würde», sagt Verena Federli. «Ich trauere dem <Falken> nicht nach.» Aber es sei schade, dass es im Dorf keine neue Beiz gebe.

Beide Häuser sind baufällig

«Das Haus, in dem das Restaurant Falken untergebracht war, ist baufällig und nicht erhaltenswert», sagt Ralf Hora von der ITW Ingenieurunternehmung in Balzers. Als sie im März 2013 als Investorin die Mineralheilbad AG und damit den «Falken» übernahm, war noch eine Wohnung im Obergeschoss bewohnt. Aus Sicherheitsgründen wurde sie aber nicht weitervermietet.

Ein weiteres Wohnhaus an der Verzweigung Walzenhauser-/Falkenstrasse gehört ebenfalls zum Areal und steht schon länger leer. Auch das soll abgerissen werden. Hingegen bleibt das Haus an der Walzenhauserstrasse 8 bestehen. Es ist bewohnt und gehört nicht der Mineralheilbad AG.

Baugesuch Anfang Jahr

Nun plant die Mineralheilbad AG, die brachliegenden Gebäude abzureissen und die Fläche wieder sinnvoll zu nutzen. Sie will dort ein Parkhaus bauen (siehe Ausgabe vom 5. November). «Das ist die beste Lösung für das Areal, sagt Ralf Hora. Es liege schliesslich im Dorfzentrum, und deshalb sei es gut, wenn die Autos auf einer nicht zu grossen Fläche stünden.

Den hierzu nötigen Teilzonen-, Teilstrassen- und Überbauungsplan hat der St. Margrether Gemeinderat genehmigt. Die Unterlagen liegen bis 30. Dezember bei der Bauverwaltung öffentlich auf.

«Wir sind zuversichtlich, dass alles gut über die Bühne gehen wird», sagt Ralf Hora. «Dann können wir im Januar das Baugesuch für das Parkhaus einreichen.

Und schliesslich sagt Ralf Hora etwas, das wie ein Versprechen klingt: «Im Herbst eröffnen wir das Mineralheilbad. Ich denke dass es realistisch ist.»

Das ist rechtzeitig zur Hauptsaison.

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