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Um die Weilerzone kämpfen

BERNECK. Der Weiler Langmoos ob Berneck bleibt «übriges Gemeindegebiet». Der Gemeinderat will dort seit Jahren eine «Weilerzone» schaffen. Der WWF erhob Einsprache. Das Baudepartement schützt die WWF-Einsprache.
René Schneider
Der Weiler Langmoos ob Berneck: In der Zone «Übriges Gemeindegebiet» können die Häuser kaum um-, angebaut oder umgenutzt werden. (Bilder: René Schneider)

Der Weiler Langmoos ob Berneck: In der Zone «Übriges Gemeindegebiet» können die Häuser kaum um-, angebaut oder umgenutzt werden. (Bilder: René Schneider)

Gegen den Entscheid der Regierung, das Langmoos nicht in den kantonalen Richtplan aufzunehmen, gibt es kein Rechtsmittel. Die Gemeinde Berneck will den Entscheid trotzdem nicht auf sich sitzen lassen. «Wir wollen erreichen, dass der Kanton das Langmoos im kantonalen Richtplan als Weilerzone ausscheidet», sagt Gemeindepräsident Andreas Zellweger. Danach will der Gemeinderat den örtlichen Zonenplan entsprechend ändern.

Das will er schon seit ein paar Jahren, und er hat erreicht, dass etwa der Weiler Husen heute nicht mehr Landwirtschaftszone, sondern Weilerzone ist. Das bedeutet: Bestehende Gebäude dürfen unter bestimmten Auflagen umgebaut, erweitert und umgenutzt werden. So kann etwa eine Wohnung in eine Remise eingebaut werden. «Es geht nicht darum, neues Bauland und ein neues Baugebiet zu schaffen», beteuert der Gemeindepräsident. Es entstünde «keine einzige zusätzliche Parzelle».

Entwicklung ermöglichen

Liegenschaftsbesitzer bekämen durch die Schaffung einer Weilerzone im Langmoos eine Möglichkeit, ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude wie Ställe und Remisen zu nutzen, statt sie zwar unterhalten, aber leer stehen lassen zu müssen. In Husen wie im Langmoos gibt es je einen Landgasthof. Der eine kann sich dank der Umzonung baulich (beschränkt) entwickeln, derjenige im Langmoos nicht. «Der Gemeinderat erachtet die Weiler Langmoos und Husen als ähnlich», sagt Zellweger. Das Langmoos erfülle «viereinhalb von fünf» der Voraussetzungen zur Weilerzone. Der Gemeinderat hoffe, sein Ziel bei der nächsten Revision des kantonalen Richtplans zu erreichen.

Zersiedelung verhindern

Gegen die Umzonung des Langmoos in die Weilerzone hatte der WWF St. Gallen Einsprache erhoben. Er hat vom eidgenössischen Verbandsbeschwerderecht Gebrauch gemacht.

«Ich habe Verständnis für den Unmut der Gemeindebehörden und Grundeigentümer», sagt WWF-Geschäftsführer Martin Zimmermann in St. Gallen. «Wir haben Einsprache erhoben, weil wir kompakte, zusammenhängende Siedlungsgebiete wollen. Weilerzonen sollen darum zurückhaltend und nur dort ausgeschieden werden, wo ein kompakter, zusammenhängender Weiler besteht. Das ist unseres Erachtens im Gebiet Langmoos mit seinen weit auseinanderliegenden einzelnen Gebäuden nicht der Fall.» Alle Lockerungen und Abweichungen von diesem Prinzip würden wieder zu dem führen, was in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten zur Zersiedelung der Landschaft führte. Zimmermann: «Die Zersiedelung ergab sich aus lauter jeweils einleuchtenden und nachvollziehbaren Einzelfällen.»

Viereinhalb von fünf

Darum erhebe der WWF immer Einsprache, wenn irgendwo das Bauen ausserhalb der kompakten Siedlungsgebiete ermöglicht werden soll. Und im Fall Langmoos teile ja das Baudepartement die WWF-Sicht. Weilerzonen können unter fünf Bedingungen geschaffen werden: Die Gebäude sind überwiegend landwirtschaftlichen Ursprungs; eine klare räumliche Zäsur zur Bauzone der nächsten Siedlung; eine als geschlossene Einheit in Erscheinung tretende Baugruppe (Gebäude-Abstand 20 bis 30 Meter, klare Unterscheidung zur Streubauweise); mindestens fünf ganzjährig bewohnte Gebäude; genügende Erschliessung muss vorhanden sein. Die Regierung hat die WWF-Einsprache geschützt, weil im Langmoos die Häuser angeblich zu weit auseinander stehen.

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