«Ulrike» bringt Sommerwetter

Shorts statt Wollmützen, Grillwürste statt Marroni: Milde Temperaturen beherrschten am Wochenende das Wetter. In der Ostschweiz wurden die Rekorde allerdings nicht gebrochen.

Alessia Pagani
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Wenige kennen sie namentlich und doch hat sie viele Ostschweizer erfreut: Die Rede ist von «Ulrike» – dem Hochdruckgebiet, das in den vergangenen Tagen ungewöhnlich milde Temperaturen von bis zu 20 Grad und viele Sonnenstunden gebracht hat. Strahlend blauer Himmel und frühlingshaft warme Temperaturen zogen am Wochenende Spaziergänger, Hobbygärtner und andere Sonnenanbeter ins Freie. Nicht nur in den Höhenlagen wurden Traum-Temperaturen verzeichnet. Schweizweit wurden Rekorde geknackt, so beispielsweise in Basel, wo der 89-jährige November-Höchstwert von 21,9 Grad gebrochen wurde.

Kein Föhn

Eine Anfang November eintretende Schönwetter-Periode wird umgangssprachlich als Martini-Sommer bezeichnet und ist an sich nichts Ungewöhnliches. Heuer ist das Phänomen aber ausgeprägter: «Normalerweise sind auch während dieser Wetterlage die Temperaturen im Flachland tiefer», sagt Klaus Marquardt, Meteorologe bei Meteo News. «Es ist speziell, dass sogar ohne Föhn solche Temperaturen herrschen», so Marquardt. Er möge sich an kein vergleichbares Jahr erinnern. Dass in der Nacht von Freitag auf Samstag der Himmel bewölkt war, habe die milden Samstagstemperaturen zusätzlich begünstigt. So konnte die ganze Ostschweiz von milden Temperaturen profitieren. In der Stadt St. Gallen wurden am Samstag beispielsweise Höchstwerte von 16,4 Grad gemessen.

Keine Rekordwerte in St. Gallen

Der Sonntag zeichnete sich mit vergleichbaren Werten aus. Dies ist aber immer noch weit entfernt vom Wert vom 5. November 1994. Damals wurden in der Gallusstadt 21,4 Grad gemessen. Auch im Kanton Thurgau blieben die Werte unter früheren Rekordwerten. Sommerliche Temperaturen in Diessenhofen und Neunforn von 18,5 Grad beziehungsweise 21 Grad konnten die Bestmarke nicht ins Wanken bringen.

Der Rekordwert auf dem Säntis von Anfang November 1992 von 11 Grad wurde am Sonntag zumindest egalisiert. Das zeigt, dass der Sonntag vor allem in höheren Lagen ab 1000 Metern für Traumwetter sorgte. Mehrere Messstationen registrierten die höchsten je gemessenen November-Temperaturen. «Ulrike» wird das Wetter weiterhin bestimmen: Die Prognosen für die kommende Woche verheissen ebenso schönes und mildes Herbstwetter. Nur der Nebel könnte den Start in den Tag mancherorts trüben.