Übertriebene Reaktion

Was ist bloss in Kantonsrat Werner Ritter gefahren? Mit eingeschriebenem Brief versucht er einen Leserbriefschreiber einzuschüchtern, der die Qualifikation eines CVP-Kandidaten fürs Altstätter Stadtpräsidium anzweifelt und sich fragt, ob u. a. Werner Ritter aus dem Hintergrund Einfluss nehmen will.

Merken
Drucken
Teilen

Was ist bloss in Kantonsrat Werner Ritter gefahren? Mit eingeschriebenem Brief versucht er einen Leserbriefschreiber einzuschüchtern, der die Qualifikation eines CVP-Kandidaten fürs Altstätter Stadtpräsidium anzweifelt und sich fragt, ob u. a. Werner Ritter aus dem Hintergrund Einfluss nehmen will.

Nun ist Werner Ritter ja nicht als Mimösli bekannt. Er teilt sehr gerne kräftig aus – und steckt zuweilen klaglos ein. Nun aber ist er plötzlich ganz der Rechtsanwalt, der nichts verträgt und einem Bürger Druck aufsetzt.

Zu einem Teil ist Ritters Ärger nachvollziehbar: Er selbst hat sich zur Altstätter Präsidentschaftswahl nie öffentlich geäussert, weshalb ihm die Frage nach einer allfälligen Rolle im Hintergrund sehr wohl als unpassend erscheinen kann. Hingegen fragt sich Stefan Langenegger nicht als Einziger, ob die CVP auf einen jungen Altstätter Stadtpräsidenten aus den eigenen Reihen nicht grossen Einfluss nähme und ob dieser junge Präsident allfälligen Beeinflussungs- oder Steuerungsversuchen widerstünde. Wer sich in Altstätten umhört, merkt schnell, dass dieser Aspekt ganz und gar nicht als nebensächlich empfunden wird. Wer Stefan Langeneggers Leserbrief frei von persönlicher Betroffenheit liest, kommt sicher nicht auf die Idee, er mache sich mit seinen Äusserungen strafbar. Umso mehr erstaunt das Vorgehen von Werner Ritter, der Erfahrung darin hat, sich selbst mit einem Leserbrief zu exponieren. Das wäre wohl auch in diesem Fall die angemessene Reaktion gewesen.

Gert Bruderer

gert.bruderer@rheintalverlag.ch