«Über den Tellerrand schauen»

HEERBRUGG. Unter dem Motto «Das Europa der Region» veranstalteten der Arbeitgeberverband (AGV) Rheintal und der Exportclub Vorarlberg am Donnerstagabend einen Vortrag zum Thema Währungsrisiko-Management.

Anina Gächter
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Christina Marent leitet die Abteilung Aussenwirtschaft der Wirtschaftskammer Vorarlberg. (Bild: Anina Gächter)

Christina Marent leitet die Abteilung Aussenwirtschaft der Wirtschaftskammer Vorarlberg. (Bild: Anina Gächter)

«Das Ziel des heutigen Abends ist es, über den Tellerrand hinaus in die Nachbarregion zu schauen.» Mit diesen Worten begrüsste Jens Breu (COO der SFS Group AG) die zahlreichen Unternehmer und Spezialisten aus der Region, die zu einem Wissensaustausch über die Exportwirtschaft in den Regionen Rheintal und Vorarlberg eingeladen wurden. Das Hauptthema des Abends war das «Währungsrisiko-Management» für exportorientierte Unternehmen.

Regionen im Vergleich

Nach der Begrüssung gab Breu das Wort weiter an Christina Marent, die als Vorstandsmitglied des Exportclubs den Wirtschaftsstandort Vorarlberg vorstellte. Was als Schulvortrag-ähnliche Präsentation über das westlichste Bundesland Österreichs begann, wurde schnell zu einer Auslegung der verschiedenen Facetten der Vorarlberger Exportwirtschaft. Marent betonte dabei immer wieder die wirtschaftliche Bedeutung der Nachbarländer Schweiz und Deutschland, die 2013 die ersten beiden Plätze der wichtigsten Vorarlberger Exportländer belegten. Wie sich die Exportwirtschaft im Rheintal entwickelt, erklärte der Präsident des AGV Rheintal, René Wuffli. Von eindrucksvollen Grafiken konnte man ablesen, dass sich der Rheintaler Export in den letzten zwei Jahren deutlich gesteigert hat und dass das Rheintal damit der Wahlkreis mit dem grössten Exportanteil des Kantons St. Gallen ist. Auffällig ist der Knick im Landwirtschaftsexport im Jahre 2011. Der Grund dafür sei das einzige alkoholfreie Rheintaler Getränk, dass seit 2011 exportiert werde. Auf die fragenden Blicke der Zuschauer antwortete Wuffli: «Nun, Red Bull verleiht eben auch der Rheintaler Exportwirtschaft Flügel», und erntete damit grosses Gelächter.

Risiko im Export

Auf das grosse Lob für die regionale Exportwirtschaft folgte eine kleine Ernüchterung. Der Export bringt nämlich nicht nur hohe Einnahmen, sondern birgt auch Risiken. Carlos Linares erläuterte in seinem Referat, welche Risiken bestehen, und wie die SFS service AG mit diesen Risiken umgeht. Trotz vieler Fachwörter erhielt man durch sein Referat einen Einblick in die Erfolgsstrategie des Management-Teams der SFS service AG.

Danach erklärte der Vize-Generaldirektor der Perréard Partners Investment SA (PPI), Eduard Kronbichler, wie man im zuvor beschriebenen Prozess die Kosten senken kann. Einfach gesagt gehe es darum, den Marktpreis der Währungen genau zu untersuchen und ihn mit dem von der Bank festgelegten Kurs zu vergleichen. Am Ende seines Vortrags gab Kronbichler den Anwesenden den Tip, bei Transaktionen genau hinzuschauen oder sich von einem Spezialisten helfen zu lassen.

Abgeschlossen wurden die Vorträge mit einer Podiumsdiskussion mit den letzten beiden Referenten über die Attraktivität der Währungen Franken, Euro und US-Dollar. Dabei kam auch die Gold-Initiative zu Gespräch, über die am 30. November abgestimmt wird.

Anschliessend wurden die Gäste zu einem anregenden und gemütlichen Networking-Apéro eingeladen.