Über Aufsteiger gestolpert

Der SVD Diepoldsau hat die Viertelfinals im Schweizer Cup überstanden, aber den ersten Rang in der NLA mit einer Niederlage gegen Neuendorf aufs Spiel gesetzt.

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Stefan Eggert konnte – wie das ganze Diepoldsauer Team – am letzten Wochenende nicht wirklich überzeugen. (Bild: pd)

Stefan Eggert konnte – wie das ganze Diepoldsauer Team – am letzten Wochenende nicht wirklich überzeugen. (Bild: pd)

(mm) Dank eines 5:2-Siegs in Ober­entfelden qualifizieren sich die Rhein­insler für den Halbfinal, in dem sie gegen den Sieger der Partie Wigoltingen – Affeltrangen spielen.

Die Diepoldsauer mussten gegen Oberentfelden härter kämpfen als erwartet. Im ersten Satz kamen die Gäste überhaupt nicht in die Gänge. Vor allem die Defensive um Eggert, Schoch und Lässer hatte Mühe, sich auf dem feuchten und harten Boden zurechtzufinden. Oberentfelden spielte dagegen frech auf und brillierte zu Beginn mit punktgenauen Zuspielen.

Im zweiten Abschnitt biss sich Diepoldsau in die Partie hi­nein. Mit einer kämpferischen Leistung konnte auch Müller immer mehr in Szene gesetzt werden. Die Aargauer, die in einer ungewöhnlichen V-Formation spielten, hielten auch diesen Satz lange offen, obschon ihr System nicht einwandfrei funktionier­- te. Dies vor allem, weil bei den Rheininslern der Spielaufbau weiterhin harzig lief. Doch mit einer knappen Zwei-Punkte-Führung sicherten sie sich den Ausgleich.

Mit druckvolleren Anschlägen zum Sieg

Diepoldsau fand besser ins Spiel, auch dank des steigenden Drucks von Christian Lässers Services. Dadurch konnte Diepoldsau mit 3:1 davonziehen. Oberentfelden gelang im fünften Satz aber der Anschluss.

Im vorentscheidenden sechsten Satz war Oberentfelden lange besser in der Partie, musste den Satz aber Diepoldsau überlassen. Damit war der Bann gebrochen, wenig später sicherte sich der SVD den siebten Satz und damit den Match mit 5:2.

Die Rheininsler wussten, dass sie sich in der NLA-Runde vom Samstag steigern mussten. Im ersten Spiel standen sie dem schon feststehenden Absteiger Olten gegenüber. Spielertrainer Lukas Lässer gab seinem Bruder und Hauptangreifer Christian eine Pause. Malik Müller übernahm die Angabe und den Rückschlag, Marthy spielte vorne links als Zweitangreifer, die Defensive begann wie am Vortag im Cup.

Diepoldsau konnte gleich mit 4:0 davonziehen. Die Abwehr stand kompakt und die Zuspiele kamen perfekt. Müller erwischte den Gegner immer wieder mit kurzen Bällen und Schlägen auf die Angreifer, was diese schnell zur X-Formation zwang. Dies half dem Gegner auch nicht weiter, wodurch sich die Rheintaler den ersten Satz locker mit 11:4 sicherten. Nach dem ersten Seitenwechsel riss der Faden im Diepoldsauer Spiel. Olten nutzte diese Chance und erkämpfte sich den zweiten Satz knapp mit 11:9.

Die Rheintaler erwachten aber postwendend und übernahmen wieder das Spieldiktat. Die Konzentration konnte nochmals gesteigert werden, wodurch die Partie mit 11:5 und 11:6 locker ins Trockene gebracht wurde.

Anschliessend stand der SVD dem Heimteam Neuendorf gegenüber. Mit Christian Lässer auf der Position vorne links und Marthy in der Mitte erwischte man wie gegen Olten den optimalen Start und konnte den ersten Satz mit 11:4 für sich entscheiden.

Neuendorf zeigte aber eine Reaktion, es zog Ex-Nationalspieler Kevin Nützi in der Mitte weit nach vorne, wodurch Lässer am Service extrem Mühe hatte, Druck auf den Gegner aufzubauen und einige Fehler einstreute. Sein Gegenüber, Dominik Rhyn, nutzte dies gekonnt aus und punktete ein ums andere Mal gegen die schwach stehende Abwehr. Mit 7:11 und 6:11 musste Diepoldsau die Gastgeber in Führung gehen lassen. Dank eines Spielerwechsels kamen die Rheintaler wieder besser in die Partie, mussten mit einem knappen 12:14 das Spiel dem Heimteam überlassen, der die Partie verdient gewann.

Bis zum Finalevent wieder in Bestform kommen

Nach dieser Niederlage braucht Diepoldsau in der nächsten Runde zwei Siege, um die Qualifikation auf dem ersten Rang abzuschliessen. Spielertrainer Lukas Lässer sagt jedoch: «Viel wichtiger als der Qualisieg ist es, die Form auf den Finalevent hin wieder zu finden. Die Jungs können tollen Faustball spielen, bringen die Leistung momentan aber nicht auf den Platz.» Bis zur Entscheidung bleiben allerdings noch ein paar Wochen. «Wir werden intensive arbeiten. Wir müssen die Bälle wieder präziser spielen, dann bin ich zuversichtlich für den Finalevent».

Diepoldsau

Lukas und Christian Lässer, Malik Müller, Kenneth Schoch, Stefan Eggert.