TV-Sportkommentator sagt: «Thomas Litscher ist in der Form seines Lebens»

Der 31-jährige Thaler Mountainbiker setzt sich aber der WM bescheidene Ziele: «Ein Top-10-Platz wäre gut.»

Yves Solenthaler
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Im Team Relay konnte sich Thomas Litscher bereits an die zu erwartenden nassen Bedingungen gewöhnen.

Im Team Relay konnte sich Thomas Litscher bereits an die zu erwartenden nassen Bedingungen gewöhnen.

Bild: EGO-Promotion/amk

Nach seinem zweiten Platz im Short Race von Nove Mesto sagte Christopher Ryan, Kommentator auf RedBullTV: «Thomas Litscher befindet sich in der Form seines Lebens.» Das mag übertrieben sein, wird aber faktisch gestützt: Für den KMC-Orbea-Fahrer war es der erste Top-3-Platz überhaupt im Weltcup.

Allerdings gewann Litscher im WM-Rennen vor drei Jahren im australischen Cairns die Bronzemedaille. So wie Litscher in Nove Mesto mehrheitlich fuhr, erinnert an den Spätsommer 2017, als er nach einer mässigen Saison im letzten Weltcuprennen vor der WM auf den sechsten Platz gefahren war.

Eine «Old-School»-Strecke steht Litscher im Weg

Bis hierhin kann Thomas Litscher der Argumentationskette durchaus folgen, wonach er im WM-Rennen von Leogang (Österreich) ein Medaillenkandidat sein soll: «Aber Leogang ist nicht Cairns.» In Australien war’s sommerlich warm, am Samstag erwarten die Fahrer Temperaturen um 10 Grad Celsius. Die Strecke wird nass sein, vermutlich sogar schlammig. Vor allem kommt sie aber gemäss Litscher nicht seinen Stärken entgegen:

«Es geht nur steil rauf und steil runter. Der Kurs ist nicht sehr spektakulär.»

Litscher muss es wissen, er hat am Mittwoch auf der WM-Strecke mit dem Schweizer Team die Bronzemedaille gewonnen. Auch die zwei Schweizer, die – egal auf welcher Strecke – sicher vor Litscher als Medaillenkan­didaten gelten. Der achtfache Weltmeister Nino Schurter nennt die Strecke «Old School – wie vor 15 Jahren». Und Mathias Flückiger, WM-Zweiter 2019, sagt: «So viele Höhenmeter hatten wir in den letzten sechs, sieben Jahren nie.» Flückigers Fähigkeiten kommt der hügelige Parcours durchaus entgegen: «Hier kommt’s im Vergleich zu Nove Mesto eher auf das Leistungsvermögen als die Taktik an.» Bei ihm besteht aber ein gesundheitliches Fragezeichen: In Nove Mesto musste Flückiger wegen Magenkrämpfen aufgeben, nachdem er sich vorher an die Spitze gesetzt hatte.

Wenn es schlammig wird, ist’s auch eine Glückssache

Über seine Ziele sagt Thomas Litscher bescheiden:

«Ein Top-10-Platz wäre ein gutes Ergebnis. Wenn mehr möglich ist, würde ich versuchen, diese Chance zu nutzen. Aber ich möchte nicht zu hohe Ziele setzen – und folglich enttäuscht sein, wenn es nicht klappt.»

«Bei Schlamm könnte das Rennen zur Lotterie werden», sagt Schurter. Auch in der Unberechenbarkeit liegt eine Chance von Aussenseitern wie Litscher.

WM-Rennen der Männer: Live auf SRF2 am Samstag ab 14.35 Uhr.