Turbinen für Illkraftwerk

FELDKIRCH. Einen Meilenstein setzten Anfang letzter Woche die Techniker beim Bau des Illkraftwerks. Die beiden Turbinen und die Generatoren wurden in das Krafthaus eingebaut.

Gernot Grabher
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Ein riesiger Mobilkran hob die 44 Tonnen schweren Turbinen über das Krafthaus, bevor sie auf die 18 Meter tiefer im Gebäude liegenden Fundamente abgesenkt wurden. (Bild: Gernot Grabher)

Ein riesiger Mobilkran hob die 44 Tonnen schweren Turbinen über das Krafthaus, bevor sie auf die 18 Meter tiefer im Gebäude liegenden Fundamente abgesenkt wurden. (Bild: Gernot Grabher)

Nicht nur die verantwortlichen Techniker erwarteten am Montagmorgen mit Spannung die beiden Schwertransporte. Trotz frostiger Temperaturen und eisigem Wind waren auch zahlreiche Schaulustige von beiden Seiten des Rheins an den Illspitz gekommen, um den Einbau der Herzstücke des neuen Flusskraftwerkes mit zu verfolgen und mit mehr oder weniger sachkundigen Kommentaren zu begleiten.

Wegen der holprigen und engen Zufahrt durch den Auwald links der Ill, rollten die beiden Schwerlaster dann mit einiger Verspätung auf das Baugelände. Die beiden Turbinen wurden von den Transportbefestigungen losgeschraubt, zwei Mobilkrane besorgten dann das Einheben in das Krafthaus, das von den Männern an den Steuerhebeln der Mobilkrane Präzisionsarbeit verlangte.

Präziser Einbau

Die beiden Turbinen mit ihren Stahlgehäusen wiegen jede 44 Tonnen und mussten erst aus der waagrechten Transportlage in die Arbeitsstellung senkrecht aufgerichtet werden. Dann hob sie ein riesiger Kran über das Kraftwerksgebäude und senkte sie durch zwei enge Öffnungen bis zu den 18 Meter tiefer liegenden Fundamente der Maschinensätze ab. Die Kranführer hatten dabei keine direkte Sicht auf die Turbinen und konnten nur über Handzeichen und mündliche Anweisungen der Monteure dirigiert werden. Alles ging glatt.

Nächtliche Anfahrt

Einige Probleme bereitete die gut vorbereitete Anlieferung der Turbinen, die in Ravensburg gebaut wurden. Der Konvoi der beiden über 30 Meter langen Schwerlastwagen hatte sich am Montagabend auf den Weg gemacht und erreichte über Lindau das Nordportal des Pfändertunnels. Aufgrund der Transportbreite von 6,80 Metern und der Höhe von 4,40 Metern musste für die Durchfahrt die Pfändertunnelröhre Richtung Feldkirch in der Nacht auf Dienstag für den übrigen Verkehr kurzzeitig gesperrt werden. Über die Autobahn bis Frastanz und das Stadtgebiet von Feldkirch rollte dann im Morgengrauen der Konvoi in Richtung des Stadtteils Nofels und von dort über die Schotterstrasse links der Ill zur Baustelle an der Rheinmündung. Einige Bäume mussten noch gefällt werden, was zu einer Verspätung führte, sonst ging aber die Anlieferung klaglos über die Bühne.

Nachdem die Einlaufbauwerke soweit fertiggestellt sind, dass auch ein Hochwasser der Ill bis über 800 Kubikmeter pro Sekunde keine Gefahr mehr bedeutet, werde das Illkraftwerk im kommenden August ans Netz gehen, ist die Leitung der Stadtwerke Feldkirch als Bauherr zuversichtlich.

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