Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Tulpenmanie

Garten
Bert Stankowski
Eine simple, geflammte Tulpenblüte brachte Spekulanten in Holland in den Ruin. (Bild: Bert Stankowski)

Eine simple, geflammte Tulpenblüte brachte Spekulanten in Holland in den Ruin. (Bild: Bert Stankowski)

Es ist wieder Tulpenpflanzzeit. Überall sind die Blumenzwiebeln wieder zu kaufen. Das war nicht immer so. Wir schreiben das Jahr 1637, es ist genau 380 Jahre her. In Holland grassiert das Tulpenfieber. Es ist äusserst ansteckend und befällt vor allem reiche Krösusse, Händ­- ler und Adelige. Tulpenzwiebeln werden glücklicherweise nicht davon befallen. Sie sind aber der Auslöser!

Am schlimmsten sind Tulpen der Sorte Semper Augustus. Sie verführen Menschen Haus, Hof, Gut, Habe, Vieh und Familie zu verpfänden und zu verlieren.

Was war passiert? Anfang 1637 wurden für drei Zwiebeln dieser Sorte 30 000 Gulden hingeblättert. Vergleiche: Das jährliche Durchschnittseinkommen in Holland betrug damals 150 Gulden, die teuersten Herrenhäuser waren etwa 10 000 Gulden wert. Für die drei Zwiebeln (wohlgemerkt nur drei Zwiebeln, ohne Blätter, ohne Blüten, ohne nix!) konnte man drei Villen erstehen. Schon zuvor, ab dem 28. Dezember 1636, zeichnete sich das Debakel ab, nur keiner bemerkte es: Der Preis der Sorte Switserts stieg innert zweier Wochen per Pfund von 125 Gulden auf 1500 Gulden, ein Anstieg um das Zwölffache! Das konnte nicht gut gehen.

Kommt uns das nicht irgendwie zu bekannt vor? Wir schreiben den Sommer des Jahres 2007, 370 Jahre später, eigentlich erst gestern – oder? Die letzte grosse Wirtschafts- und Finanzkrise bescherte uns die amerikanische Immobilienspekulation. Tausende Banker verloren ihr letztes Hemd, Hab und Gut, ihre Familien: Wir haben nichts gelernt.

Liebe Leserin, lieber Leser, freuen Sie sich darüber, dass Sie heute ins Gartencenter ge- hen und ein Dutzend wunderschöner Tulpenzwiebeln erstehen können, und das für nur wenige Franken.

Und nächsten Frühling können Sie, ohne schlechtes Gewissen, Ihre Tulpenblüten geniessen. Bis dann.

Bert Stankowski

Weisslingen

www.hostako.npage.eu

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.